Nur ‘ne Zwischenbilanz
Nun sind wir schon 5 Wochen vom Heimathafen entfernt, Zeit so langsam mal an den Rückweg zu denken. Da ja in unserer Gegend der Wind vorwiegend aus West und Süd-West bläst, wird es zurück tendenziell häufiger mal gegenan gehen. Nicht weiter schlimm, man muss es aber einplanen.
Für das Zwischenfazit zunächst einmal der Blick auf das, was nicht geklappt hat:
Wir wären gern bis Stockholm gekommen, daraus wird nichts. Mit Trippelschritten von 20 bis 35 Seemeilen ist dieses noch immer ferne Ziel in der verbleibenden Zeit nicht zu schaffen, denn wir müssen auch noch zurück.
Bei der Panung hatten wir zwar immer wieder auch mal Hafentage eingestreut, aber irgendwann braucht man einfach auch mal ganz planlos eine Erholung. Es ist ja schließlich Urlaub und keine Regatta. Dazu kommt, dass hier viele Orte so schön sind, dass man sie einfach noch ein wenig erkunden und genießen möchte.
Nicht zuletzt durch den unplanmäßigen Aufenthalt in und um Karlskrona werden wir auch Kalmar nicht mehr anlaufen. Auch diese schöne Stadt ist noch ein gutes Stück entfernt und wir müssten quasi auf dem Absatz kehrt machen, wenn wir da wären, um genügend Zeit für den Rückweg zu haben. Das hat keinen Sinn.
Diese beiden Punkte schmerzen schon ein wenig, wir hätten diese beiden Orte sehr gern gesehen. Aber vielleicht ergibt sich die Gelegenheit ja mal per Städtetripp oder nochmals per Boot.
Nun der Blick auf die positiven Seiten der bisherigen Reise. Wir haben einiges erlebt bisher, aufregendes wie die nächtliche Anfahrt auf Norderney, das echt dramatische Anlegemanöver in der Schleuse Holtenau oder die Anfahrt auf Omö, wo die Seeschiffe uns jagten und die Einfahrtsroute unklar war. Schönes, wie der idyllische Morgenspaziergang auf Omö, die Übernachtung auf der Insel Hanö, der dortige Spaziergang durch eine wunderbare Landschaft. Tjärö mit seinem reizvollen Liegeplatz an den Klippen, der wilden Natur. Die Wanderung über Stock und Stein in Karlshamn und so einiges mehr.




Was nicht so gezündet hat: Für diese Gegend hier hätten wir das neue Schlauchboot und den neuen Außenborder nicht gebraucht. Ankern war noch nicht und somit auch keine wirkliche Notwendigkeit, ein Schlauchboot zu nutzen. Es hinterher zu ziehen, wie wir es seit Tjärö nun tun, ist hier so schlecht wie am Ijsselmeer: Ständiger Lärm durch die Bugwelle des Schlauchboots und irgendwie immer Gewrusel beim anlegen, weil das verdammte Ding immer im Weg ist.
Auch der Bootshaken “Hook and Moore” hat bislang nicht vollständig überzeugt. Liegt ein Ring auf dem Steg, was hier leider sehr oft der Fall ist, kann man den Haken nicht einfädeln.
An der Tonne geht’s ganz gut, verlangt aber Übung und hat einen gravierenden Nachteil:
Den Festmacher zurück auf’s Boot zu ziehen halbiert zwangsläufig dessen Länge. Und die Boxen oder die Ankerbojen sind oft sehr weit weg vom Heck des Bootes, so dass man mit 15 m Festmachern nicht auskommt.
Hier dürften die Bojenhaken klar im Vorteil sein: Man befestigt eine lange Leine am Haken und hat dann die beinahe volle Länge zur Verfügung. Leider haben wir bislang noch keinen Yachtausrüster gefunden, bei dem wir so einen Haken kaufen konnten. Wir suchen aber noch, denn wir werden ihn gewiss noch brauchen und sei es an einer heimischen Marrekrite-Boje.
Tiefpunkt der Reise bisher war sicher der Unfall von Thomas. Sowas bringt alles durcheinander, weil man sich plötzlich Dinge kümmern und sorgen muss, die man vorher gar nicht auf der Pfanne hatte: Wo ist eine Werft mit Kran? Was ist, wenn es nicht weitergeht?
Positiv ist aber, dass die Compaan wohl nicht zu sinken droht. Inzwischen hat sich Thomas dazu entschieden, auch diesen Industriehafen Saltö mit uns zu verlassen und erst am Sonntag zurückzukehren – wenn überhaupt.

So geht die Zeit also dahin, aus den ursprünglich mal 12 Wochen Urlaub sind inzwischen “nur” noch 7 Wochen geworden. Der Rückweg geht nun bald los, wahrscheinlich ab Montag oder Dienstag, je nachdem, ob die Compaan noch in den Kran muss.
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2 Responses
Ach der arme Thomas…
Wäre dieses Teil sowas, was ihr sucht: https://www.compass24.de/bojenhaken-mit-sicherungshaken-331331/90-25-30
?
Trotz allem wünsche ich euch eine gute Zeit und sichere Fahrt!
GVLG
Frauke
Ja, Frauke, sowas oder ähnliches. Nur leider nützt der Link auf Compass24 nicht wirklich viel, denn selbst wenn die nach Schweden liefern sollten, wohin dann? Wir wären dann wahrscheinlich schon weg. Aber wir werden schon einen Yachtausrüster finden, schließlich fahren auch ganz viele Schweden einen solchen Haken durch die Gegend.
Die meisten nutzen eher sowas: https://www.svb.de/de/bojenhaken-edelstahl.html, wobei der von Dir gefundene den Vorteil hat, nicht einfach abfallen zu können, wenn der Wind mal dreht. Danke!