| Schiff | SY Meta |
| Reise | Abschlussreise Auszeit 2026 |
| Start | Watersportcentrum ‘De Stormvogel’ (Warns, NL) · 2026-08-09T11:42:51.489Z Uhr |
| Ziel | Watersportcentrum ‘De Stormvogel’ (Warns, NL) · 2026-08-12T16:43:08.360Z Uhr |
| Datum | 08/09/2026 |
| Strecke | 23.5 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
9. August: Eine Nacht an der Marrekrite-Boje
Die Rückkehrfeierlichkeiten nahmen am Sonntag früh ein Ende, die Familie und damit auch 2 Crewmitglieder reisten ab. Wir blieben allein zurück oder genauer nicht ganz, denn auch die Schwiegereltern unseres Sohnes blieben noch ein paar Tage.
Es war sehr heiß und recht windstill, ein Törn unter Segeln war nicht möglich, also musste ein nahes Ziel her. Zudem wollten wir ein wenig Ruhe, also lag es nahe, einfach mal ankern zu gehen. Nun findet man hier im Mekka des Wassersports in der Hauptsaison eher keine ruhigen Ecken und bei solchem Wetter ist alles auf dem Wasser, aber vor Anker hat man die Entfernung zum bunten Treiben ja selbst in der Hand. Überfüllte Häfen lassen sich also gut vermeiden.
Unser Weg führte uns zur Insel Nieuwe Kruispolle, einem kleinen, unbewohnten Eiland, das nur einen von der Marrekrite genutzten Naturhafen hat. Die Marrekrite ist eine Kooperation der niederländischen Provinz Friesland und ihrer Gemeinden für den Ausbau und Unterhalt einer touristischen Infrastruktur. Die Provinz ist international bekannt für ihre vielen Seen, Wasserstraßen und offenen Landschaften und deshalb ein beliebter Ort für die Sportschifffahrt. Marrekrite wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, eine Ausgewogenheit zwischen der Erholung an und auf den friesischen Gewässern sowie der Landschaft und Natur zu schaffen. Marrekrite verwaltet über 3500 kostenlose Liegeplätze, verteilt auf Ortschaften, kleinen Inseln und in der freien Natur. Sie sind unterschiedlich ausgestattet und die Liegezeit ist auf 72 Stunden begrenzt.
Darüber hinaus gibt es in der Provinz über 100 Mooring-Bojen (niederländisch Marboeien), an denen man maximal 24 Stunden festmachen darf. Solche Mooring-Bojen gibt es auch hier, genauer drei davon und eine war sogar noch frei. Ok, die Anfahrt kostete etwas Überwindung, denn der Tiefenmesser zeigt öfter mal 0 (NULL) an, aber wir haben die Boje erreicht und das Schiff schwamm und konnte 360° um die Boje drehen. Also alles gut.
Auch die Bavaria 38 von Lutz und Ellen mit immerhin gut 15 cm mehr Tiefgang erreichte den Spot ohne stecken zu bleiben, sie droppten den Anker etwa 50 m entfernt und wir besuchten uns gegenseitig zum Kaffee und später zum grillen per Dingi. Endlich hatten diese Schlauchboote mal einen echten Sinn.
Auch kam erstmals seit langer Zeit unser Cobb-Grill mal wieder zum Einsatz: Es ist ein Grill mit Innenschale, der außen kalt bleibt und somit gut auch auf dem Boot verwendet werden kann. Er funktionierte ganz hervorragend, nachdem die Kohle endlich durchgeglüht war. In der Vergangenheit hatten wir öfter mal die Erfahrung gemacht, dass er das Grillgut eher köchelte als briet und daher hatten wir ihn nur selten genutzt. Er mag keine großen Gruppen, 4 Personen sind genug und er mag auch keine Ungeduld. Man muss ihm Zeit zum Durchheizen geben und so wenig wie möglich Grillgut auflegen, dann liefert er gute Ergebnisse.
Ach ja, falls sich beim Blick auf den animierten Track jemand fragt, ob wir uns anfangs verfahren haben: Nein, wir sind erst nach Stavoren gefahren, denn dort ist eine Abpumpstation für den Fäkalientank.




In der Nacht nahm der Wind zu und drehte auf Nord-West, was leider für uns sehr schlecht war, denn die Boje befindet sich im Nordwesten der Insel und der Wind hat mehr freien Seeraum, um eine Welle aufzubauen. Diese war nicht sehr hoch, aber spürbar, ein wenig wie Kopfsteinpflaster. Kurz: Es machte keinen Spaß mehr, länger dort zu liegen. Dazu kam, dass der Anker der Princype deutlich slipte, was auch eher für Aufbruch sprach.
10. August: Wir verlassen die Ankerboje
Nach kurzer telefonischer Abstimmung ging es nach Heeg. Wir wollten nicht zurück nach Warns, denn dem Heimathafen wohnt immer irgendwie das Ende der Reise inne und das fühlte sich falsch an. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag mit einkaufen und einem typisch niederländischen Festmahl: Frikandel special met patat. Hach, ein echter Genuss!
Abends dann noch ein gemütliches Kartenspiel an Bord der Princype und danach dann in die Koje..
11. August: Hafentag in Heeg
Wir ließen es gemütlich angehen. Erst gegen Nachmittag war die erste größere Arbeit angesagt: Schlauchboot einpacken. Es wird nicht mehr gebraucht in diesem Urlaub und soll daher aus dem Wasser, denn es bildet sich recht schnell eine eklige Bewuchsschicht auf der Unterseite des Bootes. Lutz, der Skipper der Princype, machte das gleiche, wir halfen uns gegenseitig.
Auch erwähnenswert: Das gemeinsame Abendessen. Auf dem Weg zum Plus-Supermarkt kam Andrea die Idee, wir könnten Endiviensalat mit Kartoffelstampf zu den geplanten Frikadellen essen. Die Anwort war eindeutig: JAAA! Also Zutaten gekauft und dann gemeinsam gekocht. Die Jungs haben die Kartoffeln geschält, Andrea das Salatdressing und Ellen die Frikos gebacken. Einfach nur lecker!
12. August: Ankern
Premiere: Die neue Ankerwinsch auf der ebenso neuen Konsole haben heute ihren ersten Einsatz. Anker fallen lassen klappte schonmal prima, den Anker im Grund einzufahren anscheinend auch – bislang melden weder Ankeralarm-App auf dem Smartphone, noch der Ankeralarm auf dem Plotter einen Positionsversatz. Hoffentlich bleibt das so, wirklich trauen kann ich einem Grundeisen bislang nicht, die bisherigen Erfahrungen waren einfach zu wenige und nicht immer positiv.
Gegen Mittag plötzlich, wir waren gerade unter Deck um einen kleinen Snack zu jagen, ertönte Glockengeläut. Nichts wildes, nur zweimal zwei Glockenschläge. Andrea sofort: “Der Eismann kommt…”, nur so als Spaß, ohne wirklich zu wissen warum die Glocke läutete.
Der Blick nach draußen offenbarte dann, dass ihre Vermutung voll in’s Schwarze getroffen hatte.

Rückkehr in den Hafen
Wir haben den Nachmittag dann vor Anker verbracht. Er hielt, obwohl zeitweilig Wind bis 4 Bft. wehte. Andrea verbrachte einige Zeit im Wasser, Jörg hielt Siesta und richtete dann einige kleinere Dinge am Boot. Am Abend stand dann die Entscheidung an: Bleiben oder weg hier? Der Wetterbericht von Windfinder sprach für die letztere Option. In der Nacht sollte der süd-östliche Wind weiter auffrischen und mit Böen von bis zu 21 Knoten daherkommen. Das bedeutet 5-6 Beaufort, also durchaus kräftiger Wind.
Neben der Furcht um den Anker – wird er halten? – bedeutet Wind von dieser Stärke vor allem eines: stuckerige Welle, also vermutlich an Schlaf kaum zu denken. Ein Verholen an die nächste Boje hätte zwar die Sorge um den Anker genommen, aber die zu erwartetenden, rumpeligen Bedingungen auch nicht geändert. Also ab in den Heimathafen. Dort haben wir dann an Bord gegrillt und den Abend genossen. Die partielle Sonnenfinsternis, die am Abend stattfand, haben wir dann nur daran erkannt, dass es erst dunkler und dann wieder heller wurde. Zu sehen war nichts, denn zu dieser Jahreszeit steht die Abendsonne bereits wieder hinter dem Hafenrestaurant – wir lagen also im Schatten.



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