⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Borkum Burkana-Hafen  ·  2026-05-19T11:00 Uhr
Ziel Norderney  ·  2026-05-20T11:00:12.315Z Uhr
Datum 05/19/2026
Strecke 45,5 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Was ein Törn!

Tagsüber Segelwetter vom feinsten: Sonne und 3 Beaufort. Gleich nach dem Auslaufen aus dem Hafen das Vorsegel raus und den Jockel auf Halbgas. So ging es die Ems-Mündung hinab bis ca. zum Windpark (Seegatt Riff). Dort “rechts ab”, Großsegel raus und ab ging die wilde Fahrt mit zunehmendem Wind aus Süd, also bester Halbwind-Kurs. Zeitweilig lagen bis zu 6,8 kts SOG (Speed over Ground) an. Hat echt Spaß gemacht!

Nach einer Weile haben wir die Genua gerefft, weil der Wind weiter zunahm. Später noch Reff 2 in das Groß. Das Wetter wurde schlechter, der Wind nahm deutlich zu. Gegen Abend erreichten wir Norderney. Nach kurzer Abstimmung entschieden wir, nicht das Gatt “Schluchter Tief” zu nehmen, da angesichts des für ca. 20:30 Uhr zu erwartenden Niedrigwassers die Durchfahrt problematisch bis gefährlich sein könnte. Die Alternative “Dove-Tief” bedeutete einen erheblichen Umweg, die Dämmerung setzte ein und auch der Regen. Thomas fuhr voraus und meldete über Funk, dass er die Ansteuerung für das Dove-Fahrwasser gefunden habe. Nur leider lagen auf dem Weg zu dessen Einfahrt mehrere Arbeitsschiffe.

Eines derer Begleitboote kam dann auf uns zu und wies uns den Weg an den Schiffen vorbei, was aber auch bedeutete, von der Seite in das Fahrwasser einzufahren. Es war Niedrigwasser, wolkenverhangen, regnerisch und die Dämmerung bereits fortgeschritten – soll heißen: die zumeist unbeleuchteten Tonnen – nur einen Steinwurf vom Strand entfernt – waren kaum auszumachen und mein Tiefenmesser schlug laufend Alarm, die flachste Stelle ließ uns die sprichwörtliche Handbreit Wasser unter dem Kiel (10 cm). Das hat echt Nerven gekostet!

Begleitboot des Arbeitsschiffes

Mit gemeinsamer Anstregung der beiden Schiffsbesatzungen gelang es uns das Fahrwasser zu finden. Hält man sich auf der Backbordseite entlang des roten Tonnenstrichs hat man durchgehend eine Tiefe von gut 3 Metern, was bei 1,5 m Tiefgang völlig ausreichend ist. Aber, wie heißt es so schön? “Nachts sind alle Katzen grau” – was auch für Fahrwassertonnen gilt, obwohl die rein gar nichts mit Katzen zu tun haben.

Gegen 22:30 Uhr haben wir dann im Yachthafen Norderney festgemacht und noch eben eine Dose Linsensuppe warm gemacht. Gut, dass wir ein paar Konserven dabei haben! Am heutigen Mittwoch dann Hafentag auf Norderney und tatsächlich bis 9:30 Uhr geschlafen. Schafft der Skipper sonst nie!

Skyline von Norderney in der Dämmerung

Danach ein kleiner erster Erkundungsgang, anmelden beim Hafenmeister und dann zum nächsten Bäcker im Edeka-Markt. Da sah der Verkaufsraum und die Frühstückskarte sehr einladend aus, so dass wir uns spontan entschieden dort zu frühstücken und nicht nur Brötchen zu holen. Frühstück 9,90 EUR mit 2 Brötchen, Kaffee, Ei und reichlich für oben auf’s Brötchen. Sehr empfehlenswert!

Frühstück

Update: Nach einem Gespräch mit dem Hafenmeister haben wir den Plan nach Helgoland weiterzureisen verworfen: Dort geht am Pfingstwochenende eine Regatta ab (“Sail”), was 10er und 20er-Päckchen im Hafen bedeutet.

Für die Nichtsegler: Im Päckchen liegen Schiffe nebeneinander an einem Steg oder einer Kaimauer. Ein Schiff macht am nächsten fest und alle 3-5 Schiffe sollte eine Landverbindung geschaffen werden, damit nicht alles an den Festmachern des ersten Schiffes hängt.

So ein Päckchen hat einige Erschwernisse: Liegt man außen, muss man über alle bis zum Land liegenden Schiffe kraxeln, immer schön über das Vorschiff (das verlangt die Etikette!), aber leise. Will jemand aus der Mitte des Päckchens weiterfahren, müssen natürlich alle anderen weiter außen von diesem Schiff ebenfalls losmachen. Hektik, Stress, das will man eigentlich nicht. Mal zu zweit oder zu dritt nebeneinander geht, aber was auf Helgoland zu erwarten wäre, sprengt den Rahmen. Wir werden also direkt nach Cuxhaven gehen.


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