⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Ekenabben  ·  2026-06-24T07:27:08.995Z Uhr
Ziel Tärnö  ·  2026-06-24T14:21:31.978Z Uhr
Datum 06/24/2026
Strecke 32.20 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Grandioser Abschied aus dem südlichen Schärengarten

Wie im letzten Bericht angekündigt, haben wir den Schärengarten um Karlskrona verlassen, nur die Richtung hat sich geändert. Ursprünglich war die Idee, gleich in südliche Richtung zu gehen und dort die Insel Utklippan und danach dann Christiansö (Erbseninseln) nord-östlich von Bornholm anzulaufen. Thomas dagegen wollte mit seiner Compaan nach Westen fahren, einen Hafen gegenüber der Insel Harnö erreichen, was vorgestern aufgrund der Windvorhersage als schwierig umzusetzen aussah oder zumindest nach ewig langer Motorfahrt.

Gestern früh sah die Sache dann schon anders aus: Der Wind kam südwestlich mit ungefähr 220° an, was bedeutete, dass nun unser Inseltripp schwieriger wurde. Also haben wir uns kurzerhand umentschieden und haben die Insel Tärnö im Schärengarten um Karlshamn als neues, gemeinsames Ziel auserkoren. Ein gemeinsames Ziel hieß dann aber nicht gemeinsame Fahrt: Thomas fuhr bereits eine Stunde früher los als wir, denn erstens ist er weiterhin ungeduldig wenn die Abfahrtszeit in greifbare Nähe rückt und zweitens sollte der Wind am späteren Nachmittag deutlich zunehmen.

Die Meta verließ den Hafen Ekenabben dann um 10:00 Uhr. Erst mussten wir tatsächlich eine Weile lang motoren, so ungefähr 3-4 Seemeilen raus auf die offene See. Wir brauchten nicht nur einen besseren Windwinkel, um das Ziel Tärnö ansteuern zu können, sondern wollten auch in den Tiefwasserbereich vor dem Schärengürtel, um sicher vor den ansonsten allgegenwärtigen Steinen zu sein.

Angeichts der Wettervorhersage mit dem aufbrisenden Wind haben wir dann das Großsegel sofort im 2. Reff gesetzt, was durchaus eine vernünftige Entscheidung war. Anfangs noch mit voller Genua (Vorsegel), die später aber ebenfalls deutlich verkleinert wurde ging es dann mit Steuerkurs 270° gen Tagesziel. Die Wettervorhersage hatte übrigens Recht: Am späten Nachmittag waren Windspitzen von über 25 Kts., also 6 Bft. zu verzeichnen. Immer wieder kamen ziemliche Brecher von gut 1,5 bis 2 m Höhe von der Seite angerollt und ließen unsere Meta springen. Ein paarmal wurden wir sogar geduscht, insgesamt war es aber dennoch eine echt feine Überfahrt .

Und dann das Ziel: Die Einfahrt schwierig und eng, wie so oft im Schärengarten. Aber Thomas war schon da und konnte zumindest eine Wegbeschreibung – zum Teil sogar live per Funk – geben und hinsichtlich der Wassertiefe beruhigen. Angelegt wurde an einer Heckboje mit dem Bug zum Steg. Hat sogar ausgezeichnet geklappt, Andrea hatte sich die “Einleinentechnik” von einer einheimischen Seglerin abgeguckt. Dabei wird eine lange Festmacherleine durch den Ring der Boje gezogen und dann die lose Part (das Ende des Festmachers) durch das Auge der Leine und dann an Bord. So ist man schnell und sicher fest, bin aber mal gespannt, ob das Ablegen genauso einfach wird oder ob wir die Leine dalassen müssen…

Tärnö selbst ist ein Träumchen, einfach grandios. Man liegt in einem Naturhafen, also ohne Landstrom, ohne Infrastruktur, ohne Einkaufsmöglichkeiten oder Gastronomie. Nur Natur! Aber nicht schlimm, wir wussten das ja vorher und hatten alles dabei (auf Utklippan und Christiansö wäre das genauso gewesen). Ein paar Anwesen umgeben von einem Naturreservat. Nach dem Essen haben wir einen Spaziergang zum “Högsta Punkt” der Insel unternommen und wurden mit einem fantastischen Ausblick belohnt.

Nach einem Sundowner im Cockpit ging es dann zeitig in die Koje, denn morgen sollte es früh losgehen: Wir wollen Simrishamn erreichen, denn für den 25.06. ist Westwind vorhergesagt, den man dazu prima brauchen kann – von hier geht’s nach Süden.

Danach drohen 4 Tage mit hohen Temperaturen aber schwachem Wind aus Süd, was keine guten Aussichten in Sachen segeln sind. Notfalls kann man aber ab Simrishamn “um die Ecke” motoren und danach den südlichen Wind nutzen, um in Richtung Ystad zu gelangen.


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