| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Hanö · 2026-06-13T09:56:56.852Z Uhr |
| Ziel | Karlshamn · 2026-06-13T13:06:46.835Z Uhr |
| Datum | 06/13/2026 |
| Strecke | 11,3 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Verdammt lang her…
Nachdem wir eine Nacht auf Hanö verbracht hatten stand mal wieder eine Entscheidung an: Bleiben, die Insel ansehen und Sonntag weiter oder am Samstag kurz die Insel ansehen und noch heute – also Samstag – weiter. Wir haben uns für die letztere Option entschieden, denn die Wetteraussichten waren nicht wirklich prickelnd. Den Bericht über die Insel Hanö habe ich als Update veröffentlicht. Die Insel ist so spektakulär schön, dass ich sofort ein paar Bilder weiterreichen wollte.
Das nächste Ziel sollte Karlshamn werden und das aus einem besonderen Grund: Andrea hatte diese Gegend gemeinsam mit Eltern und Geschwistern bereits vor ziemlich genau 50 Jahren besucht. Sie wollte schlicht mal der kindlichen Erinnerung auf die Sprünge helfen und dabei mal sehen, was denn von diesen Urlaubserinnerungen heute noch zu finden ist. Da sie bereits voher recherchiert hatte, wussten wir, wo dieser Urlaubsort genau liegt und dass es sehr in der Nähe einen Yachthafen gibt. Dieser sollte das Ziel unserer Weiterfahrt sein, nur knapp 11 sm entfernt.
Die Überfahrt ging auch ganz easy, mal wieder mit der Genua platt vor dem Laken nach Karlshamn in den Ortsteil Vägga und da in den “Vägga Fiskehamn”. Dieser Hafen wird noch immer teilweise als Fischereihafen genutzt, er ist also noch immer etwas industriell geprägt, kurz er ist keine Schönheit. Das Anlegen war auch mal wieder Sport für sich: Gerade kurz bevor wir ankamen war aus dem warmen, sonnigen Wetter des Vormittags ein Schauerhimmel geworden. Und der erste Schauer erwischte und buchstäblich kalt und – wie konnte es anders sein – kurz vor der Zufahrt zum Hafen. Wie es sich für einen Schauer gehört, lieferte er auch die erforderliche Begleitmusik in Form von ordentlich Wind gleich mit. Konnten wir aber gar nicht brauchen und noch weniger genießen.
Dazu kam dann noch, dass dieser Hafen so ziemlich alle Liegeplatzvarianten bietet, die man so kennt: Erstens Boxen mit Heckdalben oder Pollern. Zweitens Heckbojen mit kleinen Y-Stegen. Drittens einen massiven Steg zum seitlich anlegen, leider zu kurz für zwei Schiffe hintereinander. Die Boxen mit den Heckdalben liegen weit außerhalb, lange Wege wären angesagt gewesen. Dazu kam, dass in einer der letzten freien Boxen ein Motorboot vom Wind immer wieder halb in die Nachbarbox gedrückt wurde, was das Anlegen erschwerte und eventuell Schaden verursacht hätte. Also weg da…
Die Y-Steiger mit den Heckbojen waren für uns das nächste Ziel, während Thomas den massiven Steg zum seitlich anlegen nutzte.
Die Sache mit der Heckboje erwies sich als echt schwierig. Die zugehörige Boje lag sehr weit außerhalb und hätte einen sehr langen Festmacher benötigt. Unser 15 m Festmacher am Heck hätte vermutlich nicht gereicht. Es war recht einfach zu erkennen, denn am Nachbarlieger lag bereits ein Schiff das ähnlich lang wie unseres war, dort aber eine Boje hatte, die nur zwei bis drei Meter hinter seinem Schiff lag. Unsere lag ca. acht bis zehn Meter dahinter. Angesichts dieser “Huddelei” haben wir uns gegen diese Box entschieden und sind seitlich bei Thomas in’s Päckchen gegangen, haben also bei Thomas’ Compaan angelegt. Ruhe, raus aus dem Regen…
In einer Regenpause zum Einkaufen, der zweite Fußmarsch des Tages. Gut 1,5 km vom Hafen entfernt, aber der Weg lohnte. Zurück im Hafen erstmal Abendessen zubereiten, es gab Köttbullar mit Kartoffelpüree, Erbsen und Möhren und natürlich Gurkenscheiben und Marmelade. Das war das Gericht, das mir Angst gemacht hatte: Der Karoffelpü stammte aus dem Beutel, musste nur angerührt werden. Die Köttbullar waren ebenfalls schon vorgebraten, mussten nur warm werden (obwohl sie kalt besser schmecken, wie wir später feststellten). Erbsen und Möhren kamen aus der Dose. So eine Kombi kommt bei uns normalerweise nicht auf den Tisch, die einzig frische Zutat waren ein paar restliche Zuckerschoten, die mit in das Gemüse kamen. Ergebnis: Naja, konnte man essen, ging sehr schnell, aber lecker ist anders.
Gut war aber der zweite Pluspunkt dieses Essens: Wir hatten Hunger und das schnelle Essen verschaffte uns Zeit, die wir für den dritten Fußmarsch des Tages einsetzten. Wir gingen auf die Spuren von Andreas Vergangenheit und schauten uns den Campingplatz an, auf dem die Hütten heute noch stehen, in denen die Familie damals ihren Urlaub verbrachte. Die genaue Hütte haben wir nicht herausfinden können, macht aber nichts. Zurück ging es an der Küste entlang, ein wildromantischer Pfad über Stock und vor allem Stein.

Einige Fotos vom Hafen und unseren Wanderungen enthält die Galerie. Hier in der Hanö-Bucht, so heißt dieses Gebiet in der Provinz Blekinge und Schonen, beginnt Schweden landschaftlich so zu werden, wie man sich Schweden so ganz klischeehaft gemeinhin vorstellt: Wilde, zerklüftete und vor allem felsige Küste, bewaldete Inseln und überbordende Natur. Ok, auf den Bildern ist das auch so und so ist es hier auch. Aber auch Schweden ist eine Industrienation und auf dem Weg in dieses Idyll waren dann auch ein paar weniger fotogene Einblicke auf rauchende Schornsteine von Kraftwerken zu sehen.
Macht aber nichts, solche Naturschönheiten, wie sie auf unseren gestrigen Wanderungen zu sehen waren, sind absolut beeindruckend.














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