⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Lökanabben Aspö (Insel Aspö, Drottningskär, SE)  ·  2026-06-19T09:31:24.713Z Uhr
Ziel Lökanabben Aspö (Insel Aspö, Drottningskär, SE)  ·  2026-06-19T09:31:26.010Z Uhr
Datum 06/19/2026
Strecke 0.00 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Mittsommernacht

Dieser inoffiziell zweithöchste Feiertag der Schweden hat uns schon ziemlich interessiert. Die gespannte Erwartung auch der hiesigen Schweden konnte man bereits beim morgendlichen Brötchen holen im örtlichen Supermarkt spüren. Man muss sich den Laden vielleicht so vorstellen: Größe eines durchschnittlichen Schützenfestzelts, vollgestellt mit Regalen. Zum Teil auch ungewohnt hohen Regalen, deren obere Regalböden man zwar ansehen, aber niemals erreichen können würde. Das Ganze sehr eng. Bei unserem ersten Besuch haben wir gleich mal den optimistischerweise gegriffenen Einkaufswagen gleich wieder zurückgebracht und gegen handlichere Einkaufskörbe getauscht. Dazu nur eine mit Personal besetzte Kasse und 2 Selbstscankassen.

Der Laden war voll, bereits um kurz nach 9:00 Uhr. Selbst an der Brötchenauslage war eine Warteschlange. Ungefähr wie bei uns daheim vor Weihnachten. Nach dem Einkauf und nach dem anschließenden Frühstück ging dann bei unseren schwedischen Nachbarliegern das eigentliche Fest los. Wir hatten nicht erwartet, dass es so früh anfängt, aber bereits um 11 Uhr mussten die ersten Sektflaschen dran glauben. Das zog sich so über den Tag, nur die Getränke wechselten. Nach dem Lunch, welches an diesem Tag obligatorisch ist und vor allem aus Hering besteht, erreichte die Feier ihren ersten Höhepunkt. Mit Blumenkränzen geschmückte Mädels – zum Teil auch älteren Alters – und von Getränken ermutigte Herren sangen bei Tisch Lieder, deren Texte zwar nicht zu verstehen waren, die aber dennoch immer wieder fröhlich begossen wurden.

Am Nachmittag und frühen Abend näherte sich der Pegel einem ersten Peak: Musik wurde lauter, Gesänge wurden es auch. Um es mit Marius Müller-Westernhagen zu sagen: “Nicht schön, aber geil und laut”. Im holprigen Gleichtakt dazu verfielen die Sitten ein wenig, da wurde die Notdurft auch schon mal vom Cockpit aus erledigt. Aber es blieb weitgehend friedlich, nur einen kleinen Disput bezüglich freilaufender und angeleinter Hunde gab es zwischen zwei Nachbarcrews, so berichtete Corinna, die deutsch sprechende Schwedin.

Gegen späteren Abend verlegte sich die Party hin zu den Grillplätzen, an der Kade wurde es leiser. Und kühler, so dass gegen 22:00 Uhr für uns die Party, an der wir weitgehend in der Beoachterrolle partizipiert hatten, ein Ende fand. Sie ging erst gegen 2:00 Uhr weiter, als wir erstmals von einem Knattermoped und lauten Stimmen geweckt wurden. Wir vermuten, die Crew unseres Nachbarliegers an Backbord – 4 noch sehr junge Erwachsene – kam heim. Nach gut 10 Minuten war Ruhe – bis um 3:00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt entdeckten 4 Jugendliche, die wohl mit einem Quad hier aufgeschlagen waren, aber anscheinend nicht zu einem der Schiffe gehörten, den Parkplatz an der Kade für sich. Der Fahrer des Quad drehte wilde Runden auf dem Schotter, was wohl die gesamte Gemeinde aufweckte und in einer anscheinend wirkungsvollen Ansage auf schwedisch kulminierte. Jedenfalls suchten die Ruhestörer schnell das Weite und Ruhe war’s…

Sagen wir mal so: Viel lokales Brauchtum haben wir an diesem Tag nicht kennengelernt. Die Feier ähnelte phasenweise eher unserem Karneval, nur ohne größere Verkleidung und nicht so kalt. Eindeutig im Vordergrund stand hier das Wirkungstrinken, die Geselligkeit und das Essen. Dennoch lustig, auch wenn wir getränketechnisch deutlich zurückhaltender unterwegs waren, als unsere Nachbarn.


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