| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Karlshamn · 2026-06-14T08:23:25.320Z Uhr |
| Ziel | Tjärö · 2026-06-14T12:16:40.225Z Uhr |
| Datum | 06/14/2026 |
| Strecke | 8 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Das erste Mal Schärenanlegeplatz
Wir hatten mal wieder Grund, ein “erstes Mal” zu vermerken: Heute wurde es ernst. Man kannte es bislang nur aus Videos oder aus Reiseberichten, das Festmachen an einem Steg mithilfe einer Heckboje. Die Idee dabei ist, einen Festmacher beim aufstoppen durch ein metallenes Auge (ein Ring) auf einer Boje zu friemeln, dann weiter durchzurutschen, bis der Bug so beinahe am Steg anschlägt, aufzustoppen, festzumachen und fertig…
Pustekuchen, so einfach ist das nicht. Wir hatten Seitenwind, kann man bei sowas gar nicht brauchen. Und nicht nur ein wenig, sondern gut 20 Kts. aus West. Wir schafften es zwar festzumachen mit unserem Hook & Moore, einem speziellen Bootshaken, der es mit einer gewieften Mechanik möglich macht, einen Festmacher durch das Auge der Boje zu drücken und dann die Leine wieder an Bord zu holen. Alles in einem Arbeitsgang. Sieht in der Theorie des Werbevideos so einfach aus, ist aber in der Praxis dann doch nicht frei von Tücke. Leinen laufen halt nicht so wunderbar geschmeidig, wenn Windlast auf ihnen liegt und auf Anhieb das lose Ende des Festmachers zu erwischen, also an der richtigen Seite zu ziehen, verlangt wohl auch etwas Übung.
Andrea ist das ziemlich gut gelungen, aber im Handumdrehen lag das Boot parallel zum Ufer. Auch nicht so prickelnd. Nun ja, kein Ding: Steuerbord-Ruder gelegt, der Maschine ein wenig die Sporen gegeben und der Bug drehte gen Ufer. Ein paar sehr freundliche Stegnachbarn halfen kräftig mit an der Bugleine. Kurze Zeit später lagen wir fest, alles gut. Thomas als Einhandsegler hatte es deutlich schwerer. Seine Crew ist weniger eingespielt, aber sie begrüßten immerhin die Stegnachbarn freundlich und schwanzwedelnd. Nach zwei Anläufen lag dann auch die Compaan sicher am Steg.
Die gebräunte Bordsteinschwalbe
Die Gegend hier um den Hafen von Tjärö ist ein Träumchen. Das Wetterradar versprach eine längere Zeit Regenpause und auf beiden Booten ging hektische Betriebsamkeit los. Das Beiboot musste aufgebaut werden, die Skipper hatten Bock auf Gummiboot-Rennen. Klappte so mittel, die Boote lassen sich nicht wirklich prickelnd steuern, es fehlt dem Prallboden (aufblasbarer Boden wie an einem SUP) ein Kiel, der die Geradeausfahrt stabilisiert.
Außerdem ist eine Sache echt blöd: Sitzt man auf der Bank und steuert den Motor, muss man den Arm nach hinten recken. Dabei gleichzeitig nach vorn zu sehen, bedarf der Hals-Anatomie eines Uhus, sowas hat der Skipper nicht, nicht mal ansatzweise. Also Blick nach hinten oder zur Seite, ab und an mal den Hals weiterdrehen und überrascht feststellen, dass das Ufer echt nah ist und dann fix die Richtung korrigieren. Die Bootsfahrt hatte ein wenig was von Hase auf der Flucht, immer wieder Haken geschlagen. Egal, am Ende sind wir wieder an Bord der Mutterschiffe – nix passiert.
Danach ging es ab in den Haupthafen. Zu Fuß. Dazu muss man wissen, dass übers Wasser der Weg etwa 400 Meter sein dürfte, wir liegen ruhig und idyllisch am Eingang der Hafenbucht. Außenrum geht es über Stock und Stein, einen wildschönen Wanderweg entlang. Trapper Thom(as) war am früheren Nachmittag schon mit seiner Vierbeiner-Crew hier und war auf Rinder gestoßen, die ihn dann eine Weile verfolgten (leider war sonst niemand dabei, wir kennen nur Thomas’ Schilderung und seinen noch immer angsterfüllten Blick).
Die Spuren und Hinterlassenschaften der Rindviecher sah man noch, von den Tieren selbst sah man aber nichts. Gut so.
Der Weg zum Hafen ging am Ufer entlang, über Felsen und Anstiege. Am Ende an Gebäuden eines Tagungshotels (nein, keine Bausünde, sondern tolle, kleinere Häuser) vorbei zum Hafen. Dort gibt es eine Veranda mit Gastronomie und der Durst auf ein Bier war schon da. Nach einer Weile verdunkelte sich dann leider der Himmel, die Regenpause war vorbei und ein echter Platzregen schwemmte unseren Plan vom Grillabend buchstäblich weg. Also ab in das Restaurant und ein Blick in die Speisekarte.
Klar, alles schwedisch, wie sollte es auch anders sein. Aber Google hilft: mit seinem Werkzeug “Google Lens” visiert man den Text an und wie von Zauberhand beflissen, wird auf dem anvisierten Bild der vormals schwedisch sprachige Text in feinstem Deutsch angezeigt.
Hmm, nun ja… Einer näheren Prüfung hielt die Behauptung “feinstes Deutsch” dann doch nicht Stand. Man achte mal auf das zweite Gericht, dass unter “Anlasser” steht. Ich glaube nicht, dass die geröstete Borsteinschwalbe da wirklich auf der Karte steht.

Fußball
Dann am Abend noch gemeinsames Fußball gucken auf der Meta. Ich sag mal so: Ohne den BVB hätte das echt in’s Auge gehen können, die ersten drei deutschen Tore wären nie gefallen.


























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One response
Ich schmeiß mich wech – Halsanatomie eines Uhus… aber was der „Ziegenhonig“ tatsächlich war, das täte mich mal interessieren
Ich wünsche euch für die nächsten Etappen guten Wind und Sonnenschein
VLG (auch an die Crew und Thomas mit „Hundschaft“)
Frauke