⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Karrebaeksminde  ·  2026-06-03T08:25:17.373Z Uhr
Ziel Vordingborg  ·  2026-06-03T15:10:32.890Z Uhr
Datum 06/03/2026
Strecke 33.32 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Spannendes Tagesfinale

Die Tour von Karrebaeksminde nach Vordingborg war kein wirkliches Highlight unserer Reise: Pünktlich zur Abfahrtzeit begann es zu regnen und der Wind blies anfangs mit 4 Bft. aus süd, also einen großen Teil des Törns direkt auf die nasse Nase. Wir mussten ein Flachwassergebiet durchfahren, wobei die Durchfahrt wirklich breit genug war, also eher kein Problem. Danach konnten wir gen Osten drehen und die Genua rauslassen, was zunächst mit guten 5 Kts. SOG belohnt wurde. Leider ließ der Wind später deutlich nach, so dass der Diesel wieder gebraucht wurde.

Spannender war die Brückendurchfahrt bei Vordingborg, weniger wegen der Höhe, sondern eher wegen der etwas “unorthodoxen” Durchquerung. Aber hat geklappt, unfallfrei…

Aber dann das Grande Finale des heutigen Törns, der Abzweig nach Vordingborg direkt hinter den beiden Brücken. Zunächst gut betonnt, war die Einfahrt problemlos. Dann aber schlug das Fahrwasser, das zuvor ausreichend tief war, einen Haken und die Tonnen waren nicht mehr zu sehen. Irgendwo in der Ferne und auf dem Plotter waren sie, aber kein echter Pfad durch das Flachwasser. Nach ein paar Metern ging der Spass dann auch los: die Wassertiefe nahm flugs ab, zeitweilig standen 0 cm auf dem Echolot, obwohl die Seekarte völlig ausreichende 2,40 m bit 3,00 m suggerierte. Erstmal Schub raus. Wenn schon festfahren, dann mit wenig Schwung und einer kleinen Chance wieder zurück in’s Tiefe zu kommen.

Aber auch bei 0 cm schwamm unsere Meta munter weiter. Wir vermuten, dass sich das Echolot durch die reichlich vorhandene Wegbegrünung im Wasser – leidgeprobte Markermeer-Skipper sprechen auch von Gemüse – beeinflussen ließ, denn die Tiefenangaben änderten sich nach wenigen Zentimetern zurückgelegten Weges. Zeitweilig von 0 cm auf 2,20 m nach einem halben Meter. Weil man aber nicht sicher sein kann, ist doch Nervosität im Spiel. Wer will schon der berühmt, berüchtigte Grundsitzer sein?

Hat aber geklappt. Der Hafen ist sehr nett gelegen und dank des pünktlich zur Einfahrt in das Fahrwasser einsetzenden Sonnenscheins sieht die Welt auch wieder schön aus, inklusive des Örtchens Vordingborg, jedenfalls was so vom Hafen aus davon zu sehen ist. Wir schauen uns das am Donnerstag mal näher an: Hafentag. Es soll Bindfäden regnen und recht windig werden (4-6 Bft.), da gönnen wir uns mal einen Tag Entspannung.

Klarer Fall, zu früh gefreut…

Eigentlich ließ sich die Ankunft hier in Vordingborg gut an. Wie schon gesagt, die Sonne ließ sich blicken und es war einigermaßen warm. Nur Lust zum Essen kochen hatte niemand und nachdem Thomas auf seiner “Runde mit die Hunde” ein kleines Restaurant mit verlockender Speisekarte entdeckt hatte, gab es nur noch einen Beschluss: “Japp, wir gehen essen”.

Der Weg in den Ortskern führt an einer alten Burgruine vorbei: Die für die Stadt namensgebende Burg Vordingborg. Die Burg wurde im Jahr 1175 von König Waldemar I. erbaut und war die größte Burg Dänemarks. Im 17. Jahrhundert wurde sie abgerissen um Platz für einen Neubau zu schaffen, was aber wohl nicht passierte – jedenfalls ist davon nichts zu sehen.

Der Spaziergang brachte auch Aufschluss darüber, warum die Burg ausgerechnet hier errichtet wurde: Es gibt einen ganz hervorragenden Ausblick auf die Bucht und den Seeraum bis zur Insel Moen. Dieser Ausblick sollte noch wichtig werden, nur wussten wir das bis da noch nicht…

Wir kehrten in dem Restaurant ein, genauer saßen wir auf der Außenterrasse, da Thomas seine Crew (Paddy & Fanny) dabei hatte. Das Essen war gut, die Preise zivil, also insgesamt ein guter Entschluss auszugehen. Nach der Rückkehr zum Boot noch ein Bierchen im Cockpit und die Abendsonne genossen.

So ganz langsam fing es da schon an: Der Wind frischte auf. Und leider kam er nicht aus West, wie er laut Vorhersage eigentlich einfallen sollte. Die Bucht mit der tollen Aussicht ist beinahe rund um gut geschützt, nur halt nach Süd-ost und Süd nicht und genau von dort kam der Wind. Er brachte Schwell mit, den langen Weg durch die Bucht. Unser Steg liegt außen, soll heißen, er ist der Prellbock für die ankommenden Wellen. Und genau das bekamen wir in der Nacht zu spüren: Unsere Meta hoppelte am Steg auf und ab und hin und her. Das Heck klatschte immer wieder mit Getöse auf die Wasseroberfläche, die Fender quietschten und jaulten unter der Last. Und ja, auch ein Fall (das sind “Seile”, die nach oben den Mast hinauf führen und zum Setzen der Segel verwendet werden), das Spinakkerfall, klimperte gegen den Mast. Es ist leider das einzige Fall, das nicht aus dem Cockpit bedient wird, also ließ ich es klimpern.

In der Frühe zeigte sich ein weiterer Nachteil unseres Steges: Er hat eine starke Laterne direkt in Höhe unseres Bugs. Der Widerschein der Laterne spiegelte vermutlich auf dem weißen Deck unserer Meta, was offenbar Heerscharen lichtbegeisterter Fluginsekten anlockte – vermutlich die bereits vorgestellten “Müggen”. Tja, die taten, was sie sonst auch so tun: Sitzen wo sie sitzen und gern dort auch versterben. Also ist Deck putzen angesagt, tolle Wurst.

Mal sehen, was der Hafentag noch so bietet. Ich berichte weiter darüber!

Hier erstmal ein paar Bilder aus Vordingborg:


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One response

  1. Ahoi!
    „Heerscharen lichtbegeisterter Fluginsekten“ huuiiii, habe mich heute wieder königlich amüsiert.
    Deine Berichte sind so wunderbar lebendig geschrieben – habe immer das Gefühl dabei zu sein. Ich spüre die Wellen und den Wind, rieche die See und höre die Möwen… und die quietschenden Fender und das klimpernde Fall
    Freue mich auf den nächsten „Logbucheintrag“.
    Viele liebe Grüsse aus dem Siebengebirge – auch an Thomas und „Crew“

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