| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Haven Lauwersoog · 2026-05-18T10:28 Uhr |
| Ziel | Borkum Burkana-Hafen · 2026-02-18T20:00 Uhr |
| Datum | 05/18/2026 |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Ein geschenkter Sonnentag und doch wieder Regen…
Der 4. Reisetag war ein wenig widersprüchlich: Er fing an, dass in Lauwersoog gegen Morgen der nächtliche Regen aufhörte und die Sonne hervorkam. OK, etwas milchig weil eine Menge Feuchtigkeit in der Luft war, der als Dunst den Milchfilter stellte – leider auch nur sehr schwach windig, höchstens 2 Bft.
Eigentlich war im gestrigen Wetterbericht noch von Dauerregen die Rede. Na schön, einen Sonnentag nimmt man gern und weil es dabei auch enigermaßen warm war, stand dieser geschenkte Sonnentag im völligen Widerspruch zum Wetter der letzten Tage.

Bei eben diesem Wetter ging es dann raus auf die Waddenzee zwischen Ameland und Schirmonikoog hindurch auf die Nordsee. Leider nur mit Dieselkraft, der ohnehin zu schwache Wind blies auf die Nase. Die Hoffnung war aber, draußen, wenn wir also vor den Inseln in Richtung Ost abgebogen waren, etwas besseren Wind zu erwischen, der dann ja eigentlich von der Seite – also eher halber Wind oder am-Wind – hätte kommen müssen. Nein, war nicht: der Wind war weiter schwach und machte unseren Kurswechsel mit – er blies auf die Nase.
Na gut, dann weiter mit Maschinenkraft. Es nervt einen Segler wirklich, wenn der ratternde Flautenschieber sein Werk vollbringt. Es macht krach und es kostet eigentlich unnötig Geld. Bei unserer Meta kommt noch verschärfend hinzu, dass der Propeller nicht wirklich zum Schiff passt: Ein kleiner 2-flügeliger Klapppropeller, der das Schiff nur schlecht beschleunigt und für eine Marschfahrt von ungefähr 5,4 Knoten gut 3.000 Umdrehungen des Motors Volvo Penta MD2020 verlangt. Nur zum Vergleich: Der Yanmar unseres Begleiters Thomas, der ein etwa gleich großes Schiff hat, benötigt für die gleiche Geschwindigkeit etwa 1.900 Umdrehungen – also deutlich weniger Drehzahl, deutlich weniger Krach und deutlich weniger Kraftstoffverbrauch.
Unser erster Behördenkontakt
Andrea stand gerade am Steuer und der Skipper war kurz unter Deck, da kam ihr Ruf “Du komm mal…”. In einiger Entfernung war ein Boot zu erkennen, das geradezu übers Wasser folg. Es kam straight auf uns zu, drehte dann aber ab und hielt auf Thomas’ Sunbeam zu und fuhr neben ihnen weiter. Nach kurzer Zeit löste sich das Schnellboot aus der Begleitung und kam dann auf uns zu. Erst langsam, gegen Ende dann wieder mit Power (etwas Posing muss wohl sein :-).

Und nun konnten wir auch erkennen, was das war. Die Netherland Coast Guard mit 4 Mann auf Patrouillenfahrt. Ein sehr freundlicher Beamter fragte uns nach woher und wohin sowie Personen und Hunden an Bord. Er hatte bereits von Thomas erfahren, wohin es gehen sollte und er machte beinahe den Eindruck, als wenn er gern auch so eine Reise machen würde.

Kurze Zeit nach diesem Grenzübertritt konnte man dann die Skyline von Borkum sehen. Es sah echt nah aus, so gegen 16:00 Uhr. Gewöhnt an die Distanzen im Ijsselmeer war meine Schätzung “so ca. 2 Stunden”. Thomas – weniger optimistisch – schätzte 2,5 Std. Um ca. 20:00 Uhr legten wir im Burkana Hafen auf Borkum an. Gegen 13.00 Uhr war auf Borkum Hochwasser, das uns also kraftvoll entgegenkam auf seinem Weg zur Ebbe. Auf der Ems – Borkum liegt an der Ems-Mündung, da fahren auch immer die nagelneuen Fahrgastschiffe der Meyer-Werft aus Papenburg vorbei – kam dann wahrscheinlich noch ein wenig Fließgeschwindigkeit obendrauf. Wer mal Langsamkeit hautnah erleben möchte, sollte sich sowas mal antun.

Aber das war leider noch nicht alles: Der Wind kam von der Seite aus Nord, er wurde auch stärker. Auf der anderen Seite baute sich über dem niederländischen Dollart-Ufer eine dunkle, bedrohliche Wolkenformation auf. Man konnte die dichten Schauerschleppen sehr gut sehen. Irgendwann so gegen 19:00 Uhr war es dann soweit: Der Windmesser machte Kapriolen, er zeigte sogar kurz 39 Knoten Wind an, was sich aber gar nicht so anfühlte. Gleichzeitig gingen die Schleusen auf: Die eben noch gut aus der Ferne sichtbare Schauerschleppe lag über uns, wir wurden mal wieder derbe geduscht. Aber auch diesmal erwies sich das neue Ölzeug als wasserdicht.

Als wir im Burkana-Hafen festmachten, war der Spuk schon wieder vorbei. Die Abendsonne lachte als sei nichts gewesen. Der Hafen ist eher geht so: Nichts, wo man seinen Sommerurlaub verbringen möchte, dafür aber vergleichsweise günstig (22,- EUR für die Nacht). Leider – wie anno Tuk – in bar zu entrichten. Da haben unsere niederländischen Nachbarn technisch klar die Nase vorn: kaum ein Hafen dort hat an seinen Stegen nicht einen QR-Code, der zur Bezahlseite iMarina führt und dort so ziemlich alle elektronischen Zahlungsvarianten erlaubt. Außer Lauwersoog vielleicht: die nutzen eine andere App, die leider wie der Rest des dortigen Hafens alt und etwas baufällig war: Sie konnte nicht installiert werden, weil die Android Version meines Samsung zu neu war. Sowas hab ich auch noch nie gehört…
Ach ja, bleibt noch eine Frage zu klären: Warum heißt der Burkana-Hafen wie er heißt? Burkana klingt zunächst vielleicht eher orientalisch, aber weit gefehlt. Laut Google Gemini ist der Grund folgender: “Der Burkana-Hafen hat seinen Namen von der historischen, lateinischen Bezeichnung der Insel Borkum. Aus diesem antiken Burcana entwickelte sich über Zwischenstufen wie Borkna (1227) und Borckum schließlich der heutige Name Borkum.”.






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One response
again what learned …
Borkum scheint man nicht ohne eine “Prüfung” anlaufen zu können. Bei mir war’s der Seegang, bei euch Sturm und Dusche. Muss wohl so
Viel Glück noch weiterhin und liebe Grüße an beide Crews aus Norderney (gleich geht’s nach Baltrum)
Manfred