| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Rödvig · 2026-06-07T07:04:51.276Z Uhr |
| Ziel | Gislovs Läge · 2026-06-07T16:37:56.964Z Uhr |
| Datum | 06/07/2026 |
| Strecke | 32.12 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Damit haben wir nicht gerechnet
Wir sind wie gewöhnlich um 10:00 Uhr in Roedvig gestartet. Ziel war Gislovs Läge, unser Anlaufort in Schweden. Morgens wie so oft nur geringer Wind, Segeln war zuerst kein Spaß. Nach einer Weile mit unter 3 Kts. wurde Thomas als erster nervös: “Wenn das so weiter geht brauchen wir 10 Stunden, ich schmeiss den Motor an”. Ok, haben wir dann auch gemacht.
Als wir dann so langsam die Flucht zwischen der Insel Moens und der offenen See erreichten, wurde der Wind besser. Wir beschlossen ab dort zu segeln und verabschiedeten Thomas. Er wollte zunächst mit Dieselwind weitermachen, bog in Richtung TSS (Trafix Separation System, eine Art Autobahn für Seeschiffe mit festgelegten Fahrspuren und hier sogar einem Kreisverkehr) ab. Wir wollten es umfahren, denn es gibt sehr strenge Vorschriften darüber, wie solche TSS durchfahren werden dürfen und wir wolllten keinesfalls mit Seeschiffen in Konflikt geraten. Thomas kannte da eher keine Gnade, Augen zu und durch. Kurz vorweg genommen: Es hat geklappt, er hat’s überlebt und war eine halbe Stunde eher im Hafen.


Die Meta also unter Segeln weiter, am Horizont über Moens derbe Schauerwolken und bei uns auffrischender Wind. Wir hatten Glück und blieben trocken.
Nach den Schauerboen lief die Sache dann ein wenig “on glue”. Der Wind wurde schlapper, der Motor musste ran. Auf einmal sagte der Skipper “Du, da is was”. Was war? Ich hatte mich zunächst ein wenig erschrocken. Dazu muss man wissen, als Skipper achtet man während der Fahrt immer auf alles mögliche. Jedes komische Geräusch alamiert sofort. Und dieses Geräusch alamierte, kam mir aber Sekunden später irgendwie bekannt vor: ja, von der Einfahrt zur Elbe – also noch auf der Nordsee – hatten wir dieses Geräusch schon einmal gehört. Es war das Atemgeräusch eines Delfins oder nein, genauer eines Schweinswals, aber das kann man akkustistisch echt nicht unterscheiden, denke ich.
Also zunächst mal Motor aus. Ich finde es nicht richtig, den Motor laufen zu lassen, während solche Tiere um das Boot herumtollen. Der drehende Propeller schafft Schreckensvisonen, die irgendwie völlig unpassemnd für eine solche Situation sind. Zudem wirkt der Motorenlärm ohnehin frevelhaft im Element dieser faszinierenden Meeresbewohner.
Und dann fing das Spektakel an: immer wieder lugte ein glänzender Körper eines Schweinswals durch die Wogen. Dann das kurze Atemgeräusch. Dann wieder nichts. Nur unter Wasser, in der überraschend klaren Ostsee, war etwas zu sehen. Da spukten diese Kleinwale rund um das Schiff. Immer wieder tauchten sie auf.



Wir hatten Glück und vielleicht auch Geschick, einige Video-Bilder konnten wir einfangen. Mit einer solchen Begegnung hatten wir nicht gerechnet und im Verlauf des Törns tauchte immer wieder mal der ein oder andere Schweinswahl neben uns auf – und verschwand dann wieder.
Dann kam Trelleborg. Ein bekannter Fährhafen mit reichlich Verkehr. Wir hatten reichlich damit zu tun, diesen Riesenschiffen aus dem Weg zu gehen. Es wurde spät und so langsam ließ die Lust am Segeln nach. Jetzt etwas zu essen und dann ein Bett, dieser Gedanke wurde wesentlicher. Zunächt noch die recht einfache Ansteuerung auf Gislovs Läge, ab in die Box und danach Thomas Kochkünste genossen. Lecker war’s!









Entdecke mehr von Meta Sailor
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.
No responses yet