⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Rudköbing  ·  2026-06-01T07:25:34.210Z Uhr
Ziel Omö  ·  2026-06-01T15:03:29.161Z Uhr
Datum 06/01/2026
Strecke 23 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Ein Törn mit Spannungsbogen

Es ging sehr beschaulich los: So gegen 10:00 Uhr aus dem Hafen Rudköbing ausgelaufen, bei schwachem Wind. Dann dem schmalen Fahrwasser gefolgt, unter der Brücke hindurch und dann, nachdem das Fahrwasser breiter wurde, das Vorsegel gesetzt. Der Wind kam stark achterlich, so dass es uns nicht sinnvoll erschien, das Großsegel ebenfalls zu setzen. Hintergrund für Nicht-Segler: wenn der Wind direkt von hinten kommt, man nennt es “vor dem Wind fahren” oder auch “Platt vor dem Laken”, ist die Gefahr groß, dass zweierlei passiert. Erstens steht das Vorsegel oft im Windschatten des Großsegels, so dass es recht oft einfällt und sich dann mit einem lauten Knall wieder aufbläht – das nervt.

Das zweite Problem ist noch gravierender: Die Gefahr der sogenannten “Patent-Halse”. So nennt der Segler das unkontrollierte umschlagen des Großbaumes, wenn der Wind ungewollt von der anderen Seite einfällt. Dies ist sehr gefährlich, weil Peronen im Cockpit den Baum an den Kopf bekommen könnten und auch das gesamte Rigg geschädigt werden könnte. Deswegen empfiehlt es sich, bei Vor-Wind-Kursen einen Bullenstander zu fahren. Dies ist ein Tampen, mit dem der Baum fixiert wird, um ein umschlagen zu verhindern. Allerdings bedeutet dies zusätzlichen Aufwand und das Problem mit dem Vorsegel bleibt.

Der Großbaum ist übrigens auf dem unten eingefügten Foto zu sehen: Es ist das Teil mit der blauen Persenning im mittleren Teil des Bildes.

Wir haben also erstmals unser Genakker-Segel gesetzt. Ein Genakker (es gibt verschiedene Schreibweisen, ich habe mich für diese entschieden) ist ein Leichtwind-Segel, das im Unterschied zum bekannteren Spinakker-Segel am Vorliek (vordere Kante des Segels) fest mit dem Schiff verbunden wird. Es ist also nicht freifliegend, wie der Spinakker, was die Handhabung deutlich vereinfacht. Hat auch sehr gut funktioniert und bei schwachem Wind einigen Vortrieb erzeugt.

Gegen Ende des Törns haben wir statt des Genakkers wieder die Genua, also das “reguläre” Vorsegel gesetzt, denn es ist ging mit einem Halbwindkurs (Wind von der Seite) in Richtung der Insel Omö.

Leider mussten wir ein ziemlich kompliziertes, Y-förmiges Verkehrstrennungsgebiet (VTG) kreuzen, um dort hin zu gelangen. Und natürlich war ordentlich was los. Seeschiffe sehen übrigens immer so aus, als würden sie einen verfolgen und nur ein Ziel kennen, nämlich das Freizeitschiff zu versenken. Dazu kommt, dass sich Seeschiffe unfassbar schnell nähern. Es war also nicht ganz einfach, über das VTG zu kommen.

Danach noch die Einfahrt für den Hafen finden, denn auch die war möglichst kompliziert: Statt einfach ein kleines Fahrwasser mit roten und grünen Tonnen abzustecken, muss man hier eine Befeuerung am Molenkopf finden und Richtungsbaken erkennen und übereinander bringen. Nicht ganz unwichtig das richtig zu machen, denn rechts und links neben dem Fahrwasser war es recht flach. Jedenfalls lagen die Nerven etwas blank, zumal auch das Festmachen im Hafen alles andere als einfach war.


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One response

  1. Immer schön zu lesen, insbesondere auch die Fachbegriffe.
    Das bunte Segel ist ja der Knaller. Toll anzuschauen.

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