| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Simrishamn · 2026-06-12T08:46:10.935Z Uhr |
| Ziel | Hanö · 2026-06-12T16:02:09.717Z Uhr |
| Datum | 06/12/2026 |
| Strecke | 31.94 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Wow, ein sehr feiner Segeltag!
Wir haben uns heute auf die Reise zur Insel Hanö gemacht, was für uns ein wichtiger Meilenstein war. Mit dem Eintritt in die Hanö-Bucht, einen Küstenstrich von ca. 30-50 sm breite, ereichen wir die südlichensten schwedischen Schären. Schären sind Felseninseln, die der schwedischen Festlandsküste vorgelagert sind – nicht einzelne Inseln, sondern viele von ihnen, kleine und größere auf engem Raum. Hanö selbst ist auch eine Felseninsel, aber dem Festland ca. 10 sm vorgelagert. Sie ist bewohnt und wird vorwiegend touristisch genutzt. Autoverkehr gibt es keinen, aber eine relativ kleine Fähre schaufelt mehrmals täglich Besucher zwischen Insel und Festland hin und her.
Cool war die Begrüßung: Wir hatten schon eine Weile angelegt und saßen auf einer der gemütlichen Bänke am Steg, um das Anlegerbierchen niederzukämpfn. Irgendwann, wir hatten uns gerade entschieden, mal so langsam in Richtung Hafenbüro aufbrechen zu wollen, gesellte sich eine junge, blonde Dame älteren Alters zu uns, deutete auf unsere Boote und verkündete lachend: “Money, I want money!”. Ok, so hatten wir dann auch die wirklich sehr freundliche Hafenmeisterin kennengelernt. Wir zahlten also die 300 Kronen (ca. 28 EUR) und bekamen eine ganz hübsche Quittung mit einem stimmungsvollen Bildchen des Hafens dafür. Ein feiner Kontrast zu den sonst üblichen Kassenbons oder E-Mails.

Die Reise hierher entschädigte doch sehr für die “verwachste” Fahrt nach Simrishamn. Diesmal mit Vor- und Großsegel auf Raumschotkurs gestartet, bei sehr moderaten 3 Bft. (bei Raumschotkursen kommt der Wind von schräg hinten). Über Tag frischte der Wind mehr und mehr auf und irgendwann blies er dann mit gut 20 bis 22 Knoten von etwas weiter achterlich, was gar nicht so toll ist. Man merkt den Wind zwar kaum, da man sich ja quasi vor ihm weg bewegt, wenn er direkt von hinten weht, aber zwei Dinge passieren: Erstens kommt auch eine Welle von hinten, die das Schiff achtern anhebt und es dann die Welle hinunterrodeln lässt, wobei durchaus eine Menge Fahrt in die Sache kommt. Leider hat dieses die Welle hinabsurfen auch einen Haken, denn im Wellental torkelt das Schiff und schlägt auch gern mal ein paar Grad quer. Dabei greift dann der Wind in das Segel und krängt das Schiff um seine Längsachse. Je mehr Wind, desto mehr Krängung. Und an dieser Stelle merkt man den Wind dann doch.
Die zweite Sache ist, dass auf einem Vorwind-Kurs (so nennt man es, wenn der Wind direkt von hinten auf das Schiff trifft) die Gefahr einer Patenthalse besteht: Das Schiff dreht während der Fahrt ein wenig zu weit – so ganz geradeaus fährt ein Segelschiff unter Segeln auf bewegter See wohl nie – und plötzlich greift der Wind das Großsegel von der anderen Seite an. Da das Segel auf einem solchen Kurs ganz weit geöffnet sein muss, bremst auch nichts das plötzliche Umschlagen des Segels durch den von der falschen Seite angreifenden wind. Der Großbaum saust dann über’s Cockpit und knallt auf der anderen Seite mit richtig Speed in die Großschot, was das gesamte Rigg erschüttert und im schlimmsten Fall sogar zum kollabieren bringen könnte. Sehr gefährlich ist auch der Baum, der über das Cockpit schwenkt, denn wenn man den an den Kopf bekommt, sieht man nicht nur Sterne. Auf unserer Meta ist das eher nicht zu erwarten, denn hier hängt der Baum hoch genug und wir sind allesamt keine Riesen.
Einen weiteren, entscheidenden Haken gibt es außerdem auf solchen Vorwindkursen: Der Autopilot kriegt es nicht wirklich gut gebacken, eine halbwegs gerade Linie einzuhalten. Er korrigiert viel, was wiederum die Gefahr der Patenthalse steigert und die torkelnden Momente im Wellental verstärkt. Kurz: Die Fahrt wird ungemütlich. Selbst steuern ist keine echte Option, denn man kann das von Hand zwar meist besser, aber nicht über Stunden. Außerdem wartete mein Krimi auf mich und lesen und selbst steuern geht echt nicht.
Also muss man etwas gegen die Gefahr der Patenthalse machen: Entweder einen Bullenstander setzen, das ist ein “Tau”, welches das Umschlagen des Großbaums verhindert oder das Großsegel bergen. Wir entschieden uns für letzteres, denn der inzwischen starke Wind legte ohnehin ein Reff nahe und das Vorsegel fiel immer wieder ein, weil es im Windschatten des Großsegels stand. Auch mit der Genua allein (Vorsegel) machten wir noch über 5 Kts., was uns reichte. Nur zum Vergleich: wir waren im Schnitt etwa 1 bis 1,5 Knoten langsamer als zuvor, wobei vorher die Spitzengeschwindigkeit auch zeitweilig über 7 Kts. lag – Meta rannte also!
Und dann kam sie in Sicht: Eine Insel. Ich habe in solchen Monenten immer das Lied “Eine Insel mit zwei Bergen” im Kopf und ihr jetzt auch! Sie wurde langsam größer und größer. Dann die Einfahrt in den Hafen, die bis dahin etwas ruppige Dünung ließ schlagartig nach. Der Hafen besteht aus mehreren Hafenbecken, wir legten uns an die Kade, an der Thomas (der dank Motorunterstützung schneller war) schon lag. Was dann folgte, habt ihr ja schon gelesen – die Hafenmeisterin beim Anlegerbierchen.
Das Ambiente ist ein Traum von Bullerbü: Häuser ein Schwedenrot, blau-gelbe Nationalflaggen überall, sanfte Hügel, Wald – einfach herrlich. Wir werden die Insel morgen einmal erkunden, bevor es weitergeht.












Update vom 13.06.2026: Wanderung über Hanö
Heute früh ging es los zu einer kleinen Inselwanderung. Ein interessanter Naturlehrpfad durch eine atemberaubende Landschaft, Dammwild überall und fantastische Aussicht auf das Meer rundum.










































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2 Responses
Das liest sich so das man schon Sehnsucht bekommt so eine Tour mal selbst zu machen.
Ja, es ist auch herrlich hier. Nur wirst Du mit dem Wohnmobil Probleme haben herzukommen. Die Insel ist autofrei und die Fähre nimmt auch keine mit. Aber bestimmt kann man hier eine Unterkunft mieten, Urlauber scheint es hier jedenfalls reichlich zu geben.