| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Tärnö · 2026-06-25T06:37:40.190Z Uhr |
| Ziel | Ahus · 2026-06-25T16:19:25.119Z Uhr |
| Datum | 06/25/2026 |
| Strecke | 45.82 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Ein langer Weg zur Partymeile
Wir sind von der malerischen Insel Tärnö gestartet, es herrschte “Ententeich”: Kein Lüftchen regte sich, die Bucht lag spiegelglatt und auch die offene See hatte nur ein paar Miniwellen. Bis zur Südspitze der Insel Harnö war daher Motorfahrt angesagt, knapp 8 Sm. Danach verlor der Skipper die Nerven und die Segel gingen hoch. Inzwischen regte sich auch ein Lüftchen. nur leider aus der völlig falschen Richtung, nämlich auf die Nase. Also kreuzen, aber das nicht bis Simrishamn. Schnell mal wieder den Plan geändert und nach Ahus abgefallen. Dennoch summierte sich die Tagesdistanz auf über 40 Sm.
Da der Wind gegen Abend mächtig auffrischte und endlich auch auf West drehte – was wir nun aber so gar nicht mehr gebrauchen konnten – wurden die letzten 10 Sm dann doch Motorfahrt gegenan.
Gelandet sind wir in Ahus (eigentlich gehört da so ein Kringel über das A, wird wohl etwa “OAR” gesprochen), eine richtige Stadt, denn hier gibt es sogar die üblichen E-Scooter-Vermieter – hatte sonst noch keine von uns angelaufene Ortschaft in Schweden.






Hier findet am Wochenende sowas wie ein Stadtfest statt und der Yachthafen ist da mittendrin, nicht nur dabei. Unser Anker sitzt quasi über der Promenade und damit mitten in der Partyzone. Am Abend gab es bereits einen Vorgeschmack auf die Attraktionen, die da kommen werden: Unter anderem Speedboatfahrten und Hubschrauber-Rundflüge. Der Lärm vor allem der Speedboote ist infernalisch: Es wurden zwei dieser Geräte von der gegenüberliegenden Hafenseite, wo offenbar die Slipanlage ist, an das hiesige Ufer verholt.
Auspuff im Sinne eines Schalldämpfers: Fehlanzeige! Und die Bediener, ganz im Sinne vernunftbegabter Cafehouse-Racer und Tuning-Poser kannten eigentlich nur zwei Gasstellungen: An und aus, wobei an bedeutete, dass den Ohrenzeugen anschließend die Ohren bluteten. Ich denke, wir müssen hier weg, zumal die Liegegebühr realtiv hoch, die Anzahl und Sauberkeit der dafür gebotenen sanitären Anlagen aber eher mies ist. Dennoch hat der Hafen was, allein durch die Lage an den Ufern des Kanals und die schiere Anzahl der hier versammelten Gastronomiebetriebe.









Stichwort Gastronomiebetriebe: Gerade gegenüber wurde in einem solchen ein open-air “Rudelgucken” für das WM-Spiel Schweden gegen Japan angeboten. Anpfiff, nur zur allgemeinen Klarstellung, 1:00 Uhr – in Worten, eine Stunde nach Mitternacht! Genügend Zeit für die Besucher also, sich einen Platz zu sichern und schonmal Betriebstemperatur aufzunehmen – und es dann ordentlich krachen zu lassen. An Schlaf war nicht zu denken, Schweden hat sich für die k.o.-Runde qualifiziert, als Gruppendritter.
Was sonst noch? Der Skipper hat sich einen Männerschnupfen zugelegt, Zustand kritisch: Rote, triefende und völlig wunde Knollennase und dazu schlechte Laune. Also Vorsicht, komme mir keiner quer :-).
Ach ja, dann war da noch das ambitionierte Eignerpaar einer Jeanneau Sun Odyssey 410, die in die Bucht vor Ahus mit vollen Segeln und echt heftiger Krängung mit über 7 Knoten aufgekreuzt sind. So hätten wir es auch machen können, aber die ganze Bucht ist gespickt mit Kardinaltonnen (Gefahrentonnen) – das war uns zu heiß.
Die beiden hatten mitbekommen, dass Andrea fotografiert hatte und standen plötzlich bei uns auf der Matte. Da es nicht so oft vorkommt, gute Segelbilder von der eigenen Yacht zu bekommen, waren sie natürlich super happy über diese echt gut gewordenen Aufnahmen.





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