⛵ Törn-Daten
Schiff SY Meta
Reise Auszeit: Die große Ostseereise 2026
Start Vordingborg  ·  2026-06-05T07:03:23.019Z Uhr
Ziel Rödvig  ·  2026-06-06T06:03:09.796Z Uhr
Datum 06/05/2026
Strecke 45.08 sm
Crew Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew)

Mal fast nur segeln

Heute ging es nach Rödvig, einem Absprunghafen in Richtung Schweden. Die Abfahrt aus Vordingborg bot wieder die bereits gewohnten Schreckensmomente auf dem Tiefenmesser: Immer wieder ging es runter bis auf 0 cm, also nicht mal mehr die berühmte “handbreit” Wasser unter’m Kiel. Aber das kannten wir nun schon, also weiter. Hat auch geklappt, wie man vermuten mag.

Es ging ein schmales Fahrwasser, das Ny Farvand, entlang in den Ulvsund und dann durch ein Flachwassergebiet mit erneutem Schreckenspotenzial, das Nordre Knigge. Auch hier war öfter mal die Null auf dem Tiefenmesser, aber auch hier hatten wir glücklicherweise ein “Beruhigungsmittel” dabei. Bereits in Vorburg hatten wir Doris kurz am Steg kennengelernt, freilig ohne zu wissen, dass sie Doris heißt. Einfach ein Steggespräch und ein Erfahrungsaustausch über verschiedene Bojenhaken und Anlegehilfen. Dabei erwähnte sie, dass ihre Hallberg Rassy 37 zwei Meter Tiefgang hat. Auch erfuhren wir, dass es nach Roedvig gehen sollte und zufällig fuhren wir drei auch gleichzeitig los. Alle drei Schiffe nur mit dem Vorsegel betakelt, denn der Wind blies vornehmlich von hinten und der zu erwartende Schlangenpfad durch das verwinkelte Fahrwasser passte auch nicht zu mehr Segelfläche. Das war eine gute Entscheidung, wir mussten wirklich sehr oft halsen (hierbei dreht das Heck des Schiffes durch den Wind), was mit der Genua (Vorsegel) allein einfach ist.

In diesem Setup war keines der drei Schiffe nennenswert schneller als die anderen, so dass es überhaupt kein Problem war, zusammen zu bleiben. Die Rassy mit der in dieser Gegend erfahrenen Crew aus Doris und Bernd (wie wir später beim Anlegerchen erfuhren) und wir gleich dahinter. Deren 2 m Tiefgang hatten den Vorteil, dass unsere 1,5 m noch Platz hätten, wenn die Rassy eine Vollbremsung hinlegte. Sehr beruhigend, aber unnötig. Auch das Nordre Knigge überfuhren wir ohne spürbare Grundberührung. Allerdings mussten wir auch einmal hart an den Wind, was unsere Meta zunächst ziemlich in Wallung – gut 6,5 Kts. – brachte und im weiteren Verlauf hart an ihre Grenze zum Sonnenschuss führte. Viel fehlte da nicht.

Für die Nicht-Segler: Sonnenschuss wird es genannt, wenn das Boot plötzlich unkontrollierbar anluvt, also in den Wind dreht und dann stehenbleibt. Die Zeit davor ist dabei besonders spannend, denn hier neigt sich das Schiff doch sehr unter dem Winddruck auf die Seite (Krängung), was das Vertrauen darauf, dass ein Segelschiff mit Kiel durch Windkraft nicht umfallen kann, doch erheblich auf die Probe stellt.

Nun ja, es gelang dem Skipper das Vorsegel loszuwerfen und den Druck zu nehmen. Das Schiff richtete sich auf und alles war wieder gut.

Am Ende der Flachwasserpassage lag dann die Faxe Bugt, eine Meeresbucht vor dem Örtchen Faxe Ladeplads, an deren nördlichem Ende unser Ziel Roedvig liegt. Die 8 Seemeilen über die Bucht waren zwar erholsam, aber auch irgendwie langweilig. Der Wind ließ nach, nur mit der Genua waren wir “untermotorisiert” und der Gedanke an den geplanten Grillabend wurde konkreter. Es stand also die Entscheidung an: Motor einschalten oder Großsegel setzen. Wir entschieden uns für den Motor, denn zum Zeitpunkt der Entscheidung waren nur noch 3 Meilen zu überwinden.

Der Hafen in Roedvig ist eher industriell geprägt, zumindest der linke Hafen, den wir wählten (Doris und Bernd waren schon mehrfach in Roedvig und wollten dorthin). Aber auch der rechte Yachthafen grenzt an das Hafengebiet, der Unterschied dürfte also marginal sein. Wir ergatterten einen Liegeplatz an einem Steg, an dem wir seitlich anlegen konnten. Leider sind hier die Wege zu den Hafeneinrichtungen besonders weit, aber egal.

Ach ja, der Grillabend. Lecker war’s: Wir hatten aus dem Supermarkt in Vordingborg Grillfleisch mitgebracht und das gab es nun mit Salat. Lang dauerte der Abend allerdings nicht, der Segeltag war doch anstrengender als gedacht.


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