| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Yachthafen Wangerooge (Wangerooge, DE) · 2026-05-22T04:12:36.942Z Uhr |
| Ziel | Yachthafen Wangerooge (Wangerooge, DE) · 2026-05-22T04:42:05.522Z Uhr |
| Datum | 05/22/2026 |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Einer unserer kürzeren Törns, dank Fanni!
Eigentlich war heute für 6:30 Uhr Abfahrt aus dem Yachthafen Wangerooge angesagt. Unser Begleiter, Thomas und seine Crew, bestehend aus Silke und den Hunden Klara, Paddy und Fanni, muss natürlich die Hundeschar vor der Abfahrt noch ordenlich toben lassen – die Fahrt auf dem relativ engen Boot ist lang genug. Also ab an den Strand, was wohl erst auch gut klappte, doch dann kam der Rückweg, auf den Fanni wohl so gar keine Lust hatte. Schwupps, weg war sie – ab in die Dünen. Nach längerer Jagd konnte sie dann eingefangen werden, aber unser ohnehin schon eng gewähltes Zeitfenster fing durch die Verspätung an zu kneifen.
Oben am Hafen sieht alles gut aus, der Prickenweg ist noch gut tief wie es scheint. Aber kurz vor dem Ende des Vorwassers, gerade dort wo es schon sehr bald tiefer wird, ist noch ein Wattenhoch unter dem Tonnenstrich. Da wir eine gute Stunde bis dort benötigen, steht die Befürchtung, dass es gerade dort dann nicht mehr tief genug für unsere Meta ist. Daher ein kurzer Entschluss: Heute bleiben wir hier und morgen fahren wir relativ zur Niedrigwasserzeit eine halbe Stunde eher los – das sollte uns den nötigen Sicherheitspuffer verschaffen.
Andrea gönnte sich einen Wellness-Tag im Seewasser-Schwimmbad mit Sauna und Whirlpool gemeinsam mit Silke, während die Jungs auf ihren Booten beschäftigt waren. Der Skipper hat seine Logbuchsoftware gemeinsam mit Claude weiterentwickelt und ein paar Fehler und Unschönheiten geglättet. Nur leider ist die Mobilfunkverbindung hier eher mäßig: Häufige Abbrüche und langsame Datenübertragungsraten lassen wenig Freude aufkammen.
Für den Nachmittag war mit den Mädels vereinbart, sie im Örtchen abzuholen und gemeinsam noch ein paar frische Sachen einzukaufen. Nun ist das auf Wangerooge mit dem Einkaufen als Hafenlieger so eine Sache: Direkt am Hafengebäude steht ein Hinweisschild für den Weg in den Ort und eine passende Kilometerangabe: 5 km, in Worten fünf!!! Für einen wie den Skipper, der gern schon mal seinen E-Scooter für die nicht mal 500 m in’s heimische Örtchen verwendet, klingt das nach Gewaltmarsch. Aber egal, was macht man nicht im Urlaub alles für sinnfreie Dinge.






Also los mit Thomas und der Hundemeute. Strammen Schrittes gen Wangerooge-City, durch Dünen, vorbei an einer Salzwiesenlandschaft und durch ein kleines Wäldchen in den Ort. Wir haben sogar standhaft der Versuchung widerstanden, eine der Kneipen am Wegesrand zur EInkehr zu besuchen. Mit dieser Standhaftigkeit war es am Ende des Marsches dann aber vorbei, als wir das blaue Sofa sahen. Ein mit himmelblauem Kunstleder bezogenes Polstersofa , breit genung für vier Personen, direkt auf der anderen Straßenseite der kleinen Kneipe “Brotway”, mitten im Ort. Das ganze sogar im Schatten, einen besseren Platz konnte es für zwei entkräftete und völlig dehydrierte und unterhopfte Wandergesellen nicht geben. Hin da und Bier her waren die einzigen Gedanken zu denen Thomas und der Skipper noch fähig waren.

Und der Platz war nicht nur mit bedacht gewählt, nein er war sogar goldrichtig: Direkt an der “Hauptstraße” – eine etwas merkwürdig klingende Bezeichnung auf einer autofreien Insel – gelegen, also hier traf sich alles. Die kofferschleppenden Neuankömmlinge in die eine Richtung, Abreisende in die andere. Und natürlich ein paar andere: die freundlichen Kellnerin, die in Windeseile ein kühles Jever heranschaffte, der papageienbunte Paradiesvogel, der sich dort anscheinend mit einer Musikbank traf, die am Wochenende dort ein Konzert geben sollte.
Die Mädels kamen nach Ihrem Schwimmbadbesuch auch noch hinzu. Wir verlängerten den Aufenthalt, zumal die neue Kellnerin – inzwischen war Wach… ähm Schichtwechsel gewesen – nichts dagegen hatte, auf dem Sofa eine Pizza des örtlichen Pizza-Schmiedes zu verspachteln. Nach Pizza und ein paar weiteren Kaltgetränken ging es dann zum Bahnhof. Ja, sowas gibt es hier: Einen richtigen, echt schnuckeligen Bahnhof mit überdachten Bahnsteigen und einer Schalterhalle in der noch echte Menschen ihren Dienst verrichten.
Die Fahrkartenkontrolle erfolgte am Bahnsteig. Der Kontrolleur ließ uns nicht einsteigen, weil wir zu diesem Zeitpunkt eben noch keine Fahrkarte hatten. Er wies auf die Schalterhalle, wo wir die Karten erwerben könnten. Ok, wir dort hin. Eine sehr nette und engagierte Bahnmitarbeiterin wollte uns trotz intensiver Verhandlungen keinen Gruppenrabatt geben – immerhin waren wir 4 Personen und 3 Hunde – machte aber nichts, lustig war’s. Und erschwinglich: 14 Euro für die Horde, dafür muss man nicht 5 km zurück laufen.
Also ab in den Zug, genauer ab auf dessen Plattform: Die Bahn ist eine Schmalspurbahn, die von einer schwachbrüstigen Diesellokomotive in gemütlichem Zuckeltempo gezogen wird. Die Waggons haben Plattformen an ihren Enden, so wie man es aus alten Filmen kennt. Da der Zug nur schwach gefüllt und wir die ersten darin waren, gehörte die hinterste Plattform uns. Ein unverbauter Blick in die herrliche Landschaft! Die Fahrt begann pünktlich und endete ebenso pünktlich an der Endstation direkt am Hafen. Nicht ganz selbstverständlich, immerhin wird die Bahn tatsächlich von “DER BAHN” also DB betrieben und die haben einen schlechten Ruf zu verteidigen. Naja, auf der Insel gibt es andere Regeln.




















Hinweis in eigener Sache
Wenn es mal klemmt bei den Aktualisierungen meines Blogs, also so wie heute, dass erst ein Artikel von Vorgestern kommt, eine kurze Erklärung: Ich habe an Bord einen sehr schnellen 5G-Router, der sich mit eigener SIM-Card in das öffentliche Mobilfunknetz einwählt und an Bord ein WLAN errichtet, mit dem alle Geräte an Bord online sein können. Nur leider klappt das seit wir die Niederlande verlassen haben nicht mehr wie gewohnt schnell. Ich kriege hier so langsam ein “Queen-Mum-Syndrom”, da ich jedes eintreffende Byte per Handschlag begrüßen muss. Das macht keinen Spaß, ich hoffe, es wird ab Dänemark wieder besser…
Ein weiterer Grund ist natürlich, dass die Aktualisierungen nicht während der Fahrt passieren, da stehe ich nämlich am Ruder (oder ich lass das den Autopiloten machen und halte nur Wache). Gerade in Gezeitengewässern kann es dann schon mal passieren, dass es morgens vor der Abfahrt und / oder auch abends nach Ankunft nicht mehr passt, noch am Blog zu arbeiten. Ich bitte all unsere Follower und auch einige ungeduldige “Stalker” um Verständnis.
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2 Responses
Super Texte, toll geschrieben.. wir fahren mit.
Gruß auch an Thomas von uns.
Jutta und Ullrich
Hi Jörg, gerne lesen wir deine spannenden und kurzweiligen Reiseberichte. Schön, dass wir an eurer Auszeit teilnehmen können ⛵️
Sonnige Grüße aus Calvi
Hanno und Karola