| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Yachthafen Wangerooge (Wangerooge, DE) · 2026-05-23T04:06:38.011Z Uhr |
| Ziel | Cuxhaven · 2026-05-23T14:26:08.029Z Uhr |
| Datum | 05/23/2026 |
| Strecke | 40.06 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Quite nice!
Zweiter Anlauf für die Abreise von Wangerooge: Diesmal waren alle pünktlich zur Stelle und es konnte um 6:30 Uhr – also etwa zur halben Tiede – losgehen. Auch wenn in Tiedenrevieren für den Skipper immer noch eine Menge Skepsis hinsichtlich der selbst getroffenen Abfahrts- oder Ankunftszeiten im Kopf ist, auch hier hat es mal wieder gepasst. Wir hatten zwar im Schnitt etwas weniger Wasser unter dem Kiel als auf dem Hinweg (-20 cm), aber es langte trotzdem.
Dann, auf dem offenen Wasser, fing die Genussphase an: Bug in den Wind, Großsegel hoch, abfallen, Genua raus und ab die Post, Anfangs ein “kleiner 3er”, raumer Wind mit etwa 12 Kts. (raum bedeutet soviel wie von schräg hinten). Später dann schralte der Wind ein klein wenig und briste auf, so dass wir mit gut 6-6,6 Kts. gen Elbmündung rauschten . Schralen bedeutet soviel wie, dass der Wind in eine Richtung dreht, die etwas mehr von vorn auf das Schiff traf als zuvor – was aber hier nur wenige Grad waren und der Wind immer noch tendenziell von schräg hinten kam – also achterlicher als querab, damit Raumschots.
Es zeigte sich schnell, dass wir deutlich zu früh, dass heißt weit vor dem auflaufenden Wasser an der Elbe-Mündung sein würden, wir mussten also etwas bummeln. Irgendwann ließ sich keine weitere Zeit schinden und wir bogen ein in Richtung Cuxhaven. Im Mündungsgebiet der Elbe war der Ebbstrom tatsächlich viel geringer als gedacht, wir liefen allein unter Genua und raumem Wind ohne nennenswerte Verzögerung in Richtung Elbe. Erst an der ersten Engstelle, wo sich das Mündungsdelta etwas verdichtete, stieg der Gegenstrom – aber auch hier machte er höchstens 0,3 Kts. aus. Ok, das schaffte schonmal Erleichterung, denn gegen den Strom weiter oben auf der Elbe würde unser “schwachbrüstiger” Antrieb nichts ausrichten können – wir haben aufgrund der unpassenden Motor- / Propellerkombination ein viel zu hohes Drehzahlniveau bei “Marschfahrt” und somit keine Reserven.
Mit dem Einsetzen des Flutstroms war das aber kein Problem mehr. Zeitweilig rauschten wir bei 4,5 Kts. durchs Wasser mit 7,5 Kts. über Grund, also 3 Knoten “Schiebestrom”, was man dann auch gut merkte, als es in den Yachthafen der Seglervereinigung Cuxhaven ging. Ordentlich vorhalten war angesagt und kernig Gas geben.
Insgesamt war es eine unspektakuläre Überfahrt mit besten Segelbdingungen bei echt feinem Wetter. Zwei kleinere Ereignisse will ich dennnoch hervorheben: Auf einmal hörten wir ein Schnaufen. Ein Blick in’s Wasser und die Überraschung war groß: Dort glänzte dunkle Haut und ein Delfin oder Schweinswal stieß immer wieder zum Atmen an die Wasseroberfläche. Unsere erste Sichtung ever – außerhalb des Duisburger Zoo’s jedenfalls.
Auf einem dieser Fotos könnte der Delfin oder Schweinswal vielleicht zu sehen sein. Zugegeben, es hat etwas von den Bildern der Nessie-Sichtungen :-)!


Die zweite Begebenheit war völlig anders, deutlich weniger erfreulich, ja sogar beängstigend: Wir waren in der Fahrrinne in Richtung Cuxhaven unterwegs. Exakt so, wie wir es damals in der “Fahrschule” gelernt haben, ganz rechts im Fahrwasser, also ganz nahe an den grünen Fahrwassertonnen – aber auf deren linker Seite.
Eines der herannahenden Schiffe aber hatte eine Mission: Diese elenden, nervigen Sportbootfahrer nachhaltig aus der Fahrrinne zu vertreiben. Anfangs sieht es übrigens immer so aus, wenn man einem so riesigen Seeschiff über den Weg fährt: Es wirkt immer so, als würde man da nicht heil dran vorbeikommen. Sobald man auf den Bug eines Seeschiffes blickt, zeigt dessen Spitze permanent auf das eigene Schiff, egal wohin und wie schnell man sich entfernt. So ungefähr muss sich das Kaninchen vor der Schlange fühlen…


Nun ja: Dieser Schiffsführer hatte noch ca. 300 m Abstand von uns, vielleicht auch mehr. Lautes Gehupe hinter uns und keinerlei Anstalten zu erkennen, uns ausweichen zu wollen. Also mussten wir das tun, sonst hätte es gescheppert – und der Dampfer war groß. Wir also nach rechts raus aus der Spur, hinter die Fahrwasserbegrenzung. Auch da ist es tief genug und der grüne Tonnenstrich liegt dann halt links. Geht auch!
Das wollte dieser Schiffsführer mit seiner äußerst dämlichen Aktion vermutlich erreichen, ein Anruf über Funk wäre die intelligentere und ungefärlichere Variante gewesen. Also danke A…loch, für nichts! Ach ja, an mangelndem Platz lag es sicher nicht, das Fahrwasser ist dort kilometerbreit.
Ankunft in Cuxhaven
Der Weg die Elbe rauf war kein größeres Problem. Wohl aber das Eintauchen in den Hafen der Seglervereinigung Cuxhaven: Der Strom des auflaufenden Wassers schiebt sehr ordentlich. Ein Blick auf die Logge zeigte ca. 5,2 Kts. durch’s Wasser. Der Blick auf den Plotter zeigte rund 7,8 Kts. SOG (Speed over Ground / Geschwindigkeit über Grund). Die Differenz beider Werte zeigt ungefähr den Anteil des Flutstroms an. Die gut 2,6 Kts. Schiebestrom bedeuteten bei der Einfahrt: Gut gegenhalten und mit satt Motoreinsatz schnell in das Hafenbecken, wo sofort alles wieder ruhig ist.
Der Hafen selbst ist empfehlenswert: Wirklich unfassbar freundliche Hafenmeister, sehr saubere Sanitäranlagen und nicht allzu weit entfernte Einkaufsmöglichkeiten – dazu moderate Liegeplatzgebühren (für uns 26,00 EUR) machen ihn zu einer ernst gemeinten Empfehlung.










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2 Responses
Hallöchen,
deine Berichte sind toll geschrieben. Ich freu mich schon auf die nächstenich wünsche euch weiterhin eine tolle Zeit.
LG Ulrike
Ey! Überholen gilt nicht!!!
Ich hab noch vor mir was ihr bereits hinter euch habt: die Elbe. Bin sehr gespannt.
Schön geschriebener Bericht, danke dafür. Und noch viele schöne Begegnungen auf eurer Reise
LG, Manfred