⛵ Törn-Daten
SchiffSY Meta
ReiseAuszeit: Die große Ostseereise 2026
StartYachthafen Wangerooge (Wangerooge, DE)  ·  2026-07-26T08:05:42.419Z Uhr
ZielYachthafen Wangerooge (Wangerooge, DE)  ·  2026-07-26T08:05:44.922Z Uhr
Datum07/26/2026
Strecke0.00 sm
CrewJörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew), Emil Schubert (Crew)

Billiard in der Jugendherberge

Heute ist nicht n ur ein Hafentag, sondern auch ein extremer Regentag. Andrea hat sich mittags mit der Inselbahn in den Hauptort aufgemacht. Sie hatte Lust etwas zu kochen, aber es fehlten dann doch ein paar Zutaten. Der Rückweg musste dann aber zu Fuß stattfinden: die Bahn richtet sich hier nach den Tiden- und damit Fährzeiten und nachmittags war wohl keine Ankunft einer Fähre mehr auf dem Plan. Sie kam nass bis auf die Knochen in der Jugendherberge an.

Jugendherberge? Wir sind doch mit dem Boot hier und bereits weit entfernt von jugendlich. Nun, es gibt hier in ca. 2 km Entfernung zum Hafen eine Jugendherberge und anscheinend eine der gehobenen Art. Eigentlich beinahe ein Low-Budget-Tagungshotel. Dort gibt es eine Cafeteria, wo man neben allerlei Heiß- und Kaltgetränken auch Waffeln und einige weitere Snacks genießen kann – alles für relativ kleines Geld. Und dort gibt es auch einen Poolbilliard-Tisch. Den hatten Emil und Benedikt gestern bereits entdeckt und bespielt und Enkel Emil wollte mehr. Wir also dort hin und auch gut nass dort angekommen. Nach Kaffee und Waffel – Emil hatte Cola statt Kaffee – waren wir aber beinahe wieder trocken.

Solche Regentage haben allerdings einen Nachteil: Sie gelten für alle. Soll heißen, auch die echten Gäste der Jugendherberge brauchten eine Indoor-Beschäftigung und der Billiardtisch war da ganz willkommen. Wir mussten also eine Weile warten, bis wir dran waren. Drei Spiele, von denen Emil zwei gewann, weil Opa die schwarze 8 vorzeitig versenkte. Macht Emil aber schon ganz gut, er hat halt sportliches Talent.

Ach ja, ich hatte vor der Veröffentlichung Emils Vater um Erlaubnis gefragt, die Bilder zu verwenden. Er sagte “Ja, aber nicht in diesem Outfit”. Für das Titelbild hat sich Emil mal eben umgezogen, per Google Gemini.

Nun ja, der begossene Pudel Andrea tauchte auch irgendwann dort auf. Aber auch sie war beinahe wieder trocken, als wir in einer Regenpause zum Boot zurückgingen. Eines aber viel mir auf: Eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern musste unbedingt mit den Kindern raus auf die Terrasse. Unter einem Sonnenschirm hat sie sich ein Zigarettchen angesteckt, als gerade ein Regenschauer begleitet von wilden Böen runterging, der den Sonnenschirm völlig überforderte. Alle drei kamen anschließend nass bis auf die Knochen wieder in die Cafete. Was macht man nicht alles für die Sucht, ich bin froh das hinter mir gelassen zu haben!

Sturmnacht

Der Rest des Tages verlief dann eher ruhig. Der Regen ließ gegen Abend nach, aber der Wind frischte schnell und stark auf. Bereits beim Abendessen hatte ich mehrfach auf das Anemometer (Windmesser) geschaut und dort Böen bis 39 Kts. gesehen. Wir haben die Festmacher noch ein wenig durchgesetzt und zuvor die Position der Fender an beiden Schiffen – wir liegen weiterhin im Päckchen und die Fender der Compaan haben den schwersten Job – korrigiert. In der Nacht ging der Sturm weiter, das Boot schaukelte etwas, Falle klapperten: bei uns vielleicht das Spinakkerfall. Ich hatte es zwar auch verlegt und stramm angezogen, aber stetiger Sturm ist halt auch für Belegknoten eine Herausforderung. Aber auch von Nachbarschiffen war das nervende Kling-Klong von am Mast anschlagenden Fallen zu hören.

Erst heute früh scheint der Wiind etwas abzuflauen, allerdings ist das Heulen weiterhin zu hören, ganz wenig ist es also nicht.


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