| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Ystads Kommun (Ystad, SE) · 2026-07-06T07:32:02.315Z Uhr |
| Ziel | Smyge Hamn · 2026-07-06T15:09:59.942Z Uhr |
| Datum | 07/06/2026 |
| Strecke | 20 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Furchtbares Sauwetter mit Gänsehautgarantie
Wir wollten weiter, nach den fünf Übernachtungen in Ystad – wir brauchten echt mal einen Tapetenwechsel und hatten insgeheim schon Bange, irgendeine goldene Ehrennadel für den längsten Aufenthalt am Stück an die Skippermütze gepinnt zu bekommen. Wer kennt schon die Sitten und Gebräuche der hiesigen Tourismusindustrie??
Leider war der heutige Montag nicht so ideal für eine Weiterfahrt: In der Nacht wehte noch ein ziemlich ruppiger Wind aus West, der sich auch am Vormittag nur sehr langsam beruhigte. Dazu die alte Welle aus der gleichen Richtung, auch nicht ideal. Der größte Haken vor der Abfahrt war dann der einsetzende Regen. Also mal bis 12:00 Uhr abgewartet, der Regen machte Pause, wir beendeten unsere und zogen los. Ging zwar, war aber dennoch keine so ganz gute Idee, wie sich später noch sehr deutlich zeigte.
Der Wind wehte uns auf die Nase und schwächte sich ab, alles vorhersagegemäß. Dann setzte erneut Regen ein, genauer ein feiner Nieselregen. Den hatten nicht alle unsere Vorhersagequellen im Programm gehabt. Der Regen selbst war nicht wirklich schlimm, der konnte unser Ölzeug nicht beeindrucken. Was aber echt schlimm war, war die Sichtbeeinträchtigung. Man konnte stellenweise nicht mal 100 m weit sehen. Gut, dass es AIS gibt! Es waren reichlich Sportboote unterwegs, die meisten kamen uns entgegen. Es ist beruhigend und aufregend zugleich, sie auf dem Plotter als AIS-Ziele angezeigt zu bekommen. Einer kam uns nach AIS so nahe, dass ich ihn anfunken musste – aber er hatte uns tatsächlich auf dem Schirm.
Nebel auf See ist echt die Hölle: Man sieht buchstäblich nur noch grau in grau. Auf der Straße sieht man vielleicht noch den Fahrbahnrand und den nächsten Leitpfosten, auf See nicht. AIS und GPS sind zwar hochwirksame Werkzeuge gegen diese Blindheit, aber zwei Probleme schwingen ohne Radar immer mit:
1. AIS haben zwar bereits sehr viele Freizeit-Schiffe und bei Berufsschiffen besteht eine Ausrüstungspflicht, aber nicht jeder Freizeitskipper hat einen solchen Transponder. Uns kam mindestens ein Segler ohne AIS entgegen (den haben wir gesehen, andere vielleicht nicht).
2. Es wurde davon berichtet, dass auf der Ostsee die Russen gern mal das GPS-Signal verbiegen, so dass man sich auch nicht völlig darauf verlassen kann, dass man tatsächlich dort ist, wo der Plotter behauptet zu sein.
Wir hatten Glück: Der Nebel wurde durchsichtiger. Das war gut so, denn sonst wären wir weitergefahren: Bei anhaltendem Nebel wäre es deutlich sicherer gewesen, dem alten Track auf dem GPS-Plotter zu folgen und in Gislövs Läge zu landen – denn da waren wir schon.
Unsere Fahrt endete dann aber nach gut 20 sm im kleinen Örtchen Smygehamn, ein netter, beschaulicher Yachthafen an Schwedens südlichstem Punkt. Auch hier werden wir einen Hafentag einlegen, denn für den morgigen Dienstag ist wieder einmal Sturm angesagt. Macht aber nichts, es ist hübsch hier. Ab Mittwoch soll sich das Wetter wieder bessern. Der Wind soll vorübergehend etwas nordwestlicher einfallen, was gut für uns ist, denn wir wollen zu den Steilklippen bei Klintholm auf der Insel Möns. Mit dem West-Nord-West sollten wir die gut 50 sm in einem Rutsch mit Halbwind (Wind von der Seite) oder am Wind nehmen können.
Dort in Klintholm werden wir hoffentlich auch die Compaan wiedersehen: Thomas war gut zwei Stunden vor uns aus Ystad gestartet und ist 4 sm weiter bis Gislövs Läge gefahren.


















Routenanimation
Nachfolgend eine Darstellung der gefahrenen Strecke. Mittendrin schlägt unsere Meta einen kleinen Haken. Dort kam uns im dicksten Nebel ein anderes Segelschiff entgegen, das laut AIS in knapp 70 Metern Entfernung passieren sollte. Bei den Sichtverhältnissen waren mir 70 m zu knapp und wir waren als Motorfahrer ausweichpflichtig, was wir mit dem Schlenker getan haben.
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One response
Hallo ihr Drei (+ Vierbeiner)
Vielleicht ein kleiner Tipp für euch: solltet ihr an der Insel Nyord (nördlich Møn) vorbeikommen, dann fahrt in den kleinen Hafen. Die Einfahrt sieht nicht so aus, aber ihr passt da durch … . Und schaut euch mit einer kleinen Wanderung den Ort und die Insel an. Sehr pittoresk und niedlich. Das Café ist ebenfalls empfehlenswert. Ich hatte Rhabarbakuchen im Glas – sehr lecker!
Viel Glück für eure weitere Tour gen Westen.
Liebe Grüße aus Norderney (immer noch )
Manfred