| Schiff | SY Meta |
| Reise | Auszeit: Die große Ostseereise 2026 |
| Start | Ystads Kommun (Ystad, SE) · 2026-07-04T08:06:37.703Z Uhr |
| Ziel | Ystads Kommun (Ystad, SE) · 2026-07-04T08:06:50.247Z Uhr |
| Datum | 07/04/2026 |
| Strecke | 0.00 sm |
| Crew | Jörg Schubert (Skipper), Andrea Schubert (Crew) |
Im Zweifel Hafentag
Heute ist wieder einer dieser Tage, an denen man sich permanent fragt, ob die eigene Entscheidung wirklich gut und richtig war. Der Sturm hatte deutlich abgeflaut, aber in Böen blitzt er immer wieder mal auf. Die alte Dünung (also die durch den Sturm erzeugten Wellen) sieht ganz verträglich aus, aber die Aussichten sind weiterhin schlecht. Schon morgen soll es erneut stürmisch zur Sache gehen. De facto bedeutet also hier in Ystad zu bleiben, frühestens am Montag oder Dienstag weiterfahren zu können.
Angesichts neuer Rahmenbedingungen, die Urlaubsflottille soll am 01.08.2026 in Delfzijl sein, und dem Wunsch, zumindest noch etwas von der dänischen Südsee zu sehen, sind solche Hafentage zum Abwettern eher schlecht.
Eine weitere Rahmenbedingung ist, dass wir – um tatsächlich am 01.08. in Delfzijl sein zu können – spätestens am Wochenende 18./19.07. in Kiel sein sollten. Auch wenn die Fahrt über NOK, Elbe und Nordsee vielleicht 10 Tage dauert, sollte man sie nicht ohne Sicherheitspuffer antreten. Es kann also eng werden.
Wir haben also am Abend die weitere Strecke kurz besprochen und noch ein paar lohnenswerte Ziele gefunden. Seid gespannt!
Zweiter, abendlicher Programmpunkt war es, die Fischbude neben dem Yachthafen einmal auszuprobieren. Sie wurde in einigen Kommentaren auf Google ziemlich gefeiert und da wollten wir uns selbst ein Bild machen.
Ich habe den Laden ganz bewusst nicht “Restaurant” genannt, denn es hat mehr mit einem Imbiss gemeinsam. Wer niederländische Strandbuden kennt – nein, nicht die, welche inzwischen die holländischen Küsten zieren, hochgezüchtete Gourmettempel in exklusiver Lage – nein, eher solche, die vielleicht noch in Zeeland und ganz vielleicht noch an entlegenen Orten in Nordholland zu finden sind: Einfache Holzpavillions, die auch mal sandige Füße vertragen und die den typischen Geruchmix aus frittierten Patat, Frikandel Spezial und Sonnenmilch bieten. So ähnlich ist diese Fischbude, nur dass hier Lachs, heißes Fett und Hering die olfaktorische Basis bestimmen.
Ein paar einfache Sitzgelegenheiten außen und ein Speiseraum hinter Glas, ebenfalls mehr draußen als drinnen, nur ohne Wind. Hier ist der Kunde nicht König, sondern er wird freundlich behandelt, wenn er seine Speisen an der Theke bestellt, sich sein Besteck schnappt und auf die Speisenlieferung wartet.
Und ja, es war prima: Gebratener Hering mit Kartoffelstampf oder Lachsburger mit Fritten oder Fish & Chips… alles lecker. Der Wein ebenfalls.

Darüber hinaus war’s lustig: Schweden sind in Sachen Trinksport schon speziell. Bereits zum Mittsommertag am 19.06.2026 hatte ich davon berichtet, dass viel gesungen wurde. Die Trinklieder galten auch da schon den Schäpsen, die mal eben runtergespült wurden. Hier nun das gleiche Phänomen: Schnaps und Gesang.
In dem verglasten, größeren Speiseraum war ein Buffet aufgebaut – ein Teil davon unmittelbar neben uns, nur durch eine Glasscheibe von unserem Platz getrennt. Natürlich schaut man da hin, was es dort so an leckeren Sachen gibt.
Ein paar Jungs mittleren Alters waren dabei sich die Teller zu füllen, sahen unsere neugierigen Blicke und standen kurz darauf an unserem Tisch. Einer stellte sich sogleich vor, Peer – schon ganz schön strunkelig von den vielen Gesangsrunden. Leider war nicht viel Kommunikation möglich, Englisch wollte nicht so von der schweren Zunge, schwedisch war ihm schon schwer genug. Gelacht wurde dennoch viel.
Ach ja: Der rabenartige Vogel aus dem Beitragsbild hat nichts mit der Story zu tun, er reinigte nur die Tische auf der Terrasse von Krümeln und Resten.
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